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"Wer gendern will, soll das machen"
Gendern: Chef der NRW-Grünen hat keine Lust mehr auf "Bullshit-Debatten"
Tim Achtermeyer zeigt sich irritiert darüber, ständig über Dinge wie das Gendern diskutieren zu müssen, statt sich mit den wirklich großen Themen zu beschäftigen.

Tim Achtermeyer nervt es, ständig über geschlechtergerechte Sprache zu diskutieren oder CSU-Lügen zu entkräften (Bild: IMAGO / Sven Simon)
- 5. November 2024, 12:46h 2 Min.
Die Doppelspitze der nordrhein-westfälischen Grünen hat sich für mehr Differenzierung und einer deutlicheren Fokussierung im politischen Betrieb ausgesprochen. "Ich bin dafür, dass wir uns in der politischen Mitte auf einen Grundsatz einigen: Wir wollen keine Bullshit-Debatten mehr", sagte Grünen-Landesparteichef Tim Achtermeyer der Mediengruppe Ippen.Media. "Ich habe keine Lust mehr, über das Gendern zu diskutieren. Wer gendern will, soll das machen, und wer das nicht will, soll es lassen." Außerdem habe er keine Lust, "mich über CSU-Generalsekretär Martin Huber aufzuregen, der fälschlicherweise behauptet, die Grünen würden Haustiere verbieten wollen".
Es müsse stattdessen um wichtige Fragen wie etwa eine Sicherheitsstruktur gehen, die im Fall eines Wahlsiegs des Republikaners Donald Trump bei der US-Präsidentschaftswahl "im Zweifel auch ohne die Amerikaner funktioniert", zitierte die Mediengruppe Achtermeyer.
Co-Chefin Zeybek wünscht sich mehr Differenzierung
Die grüne Co-Vorsitzende Yazgülü Zeybek mahnte mehr Differenzierung an und nannte die Migrations- und Integrationspolitik. Es gebe Menschen, die Probleme mit emanzipierten, selbstbestimmten Frauen hätten, sagte sie im Interview mit Ippen.Media. "Das sind einige Menschen muslimischen Glaubens mit frauenfeindlicher und homophober Ideologie oder auch Rechtsextreme. Man muss gegen das Problem ankämpfen, egal, welche Motivation oder Ideologie dahintersteckt."
In den letzten Jahren befeuerten vor allem Politiker*innen aus dem konservativen oder rechtspopulistischen Spektrum Debatten über das Gendern. Mehrere Länder haben Gendern bereits in Verwaltung und/oder Bildungseinrichtungen verboten. In Thüringen versprach die CDU etwa, nach einem Wahlsieg geschlechtergerechte Sprache an Schulen zu verbieten (queer.de berichtete).
Erst im August hatte Duden-Chefin Kathrin Kunkel-Razum bedauernd festgestellt, dass in der aufgeheizten Atmosphäre in Deutschland keine sachliche Debatte mehr über das Gendern möglich sei (queer.de berichtete). Zuletzt befeuerte Alt-Moderator Thomas Gottschalk die Debatte, als er in seinem neuen, wenig selbstkritischen Buch Unverständnis über die Nutzung von geschlechtergerechter Sprache zeigte (queer.de berichtete). (dpa/cw)














