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Queeres Fußballturnier
Leinebagger Hannover gewinnt StartschussMasters in Hamburg
15 Fußballteams aus Deutschland, Tschechien, Dänemark und England haben sich am Wochenende in Hamburg beim StartschussMasters duelliert. Ehrengast der Siegerehrung war Regisseur Manfred Oldenburg ("Das letzte Tabu").

Spielszene vom Finale Leinebagger Hannover gegen Quadratekicker Mannheim (Bild: Startschuss Queer Sport Hamburg)
- 5. November 2024, 13:05h 2 Min.
Beim StartschussMasters in Hamburg haben sich am Wochenende insgesamt 15 Fußballteams aus Deutschland, Tschechien, Dänemark und England duelliert, nach Veranstalterangaben eines der größten queeren Fußballturniere in Deutschland. Zum ersten Mal in der fast 20-jährigen Geschichte ging der Pokal an Leinebagger Hannover. Ehrengast der Siegerehrung war einer von Deutschlands renommiertesten Dokumentarfilmern, Manfred Oldenburg ("Das letzte Tabu").
Leinbagger Hannover gewann das Finale gegen Quadratekicker Mannheim mit 5:2. PAN Fodbold aus Kopenhagen, das zuletzt drei Mal in Folge gewonnen hatte, musste sich diesmal mit Platz sechs zufrieden geben. Die beiden Mannschaften der Ballboys Hamburg vom gastgebenden Verein Startschuss belegten die Plätze 3 und 7.
Manfred Oldenburg: "Die Gesellschaft ist weiter, als wir denken"
Als Ehrengast der Siegerehrung überreichte Regisseur Manfred Oldenburg im Rathaus die Pokale. Dabei berichtete er von einem ermutigenden Moment bei den Dreharbeiten zu seiner Doku "Das letzte Tabu" über Homosexualität im Profifußball: Nachdem sich der tschechische Nationalspieler Jakub Jankto (Sparta Prag) im Frühjahr 2023 geoutet hatte, reiste der Regisseur zur Partie der rivalisierenden Vereine Banik Ostrava gegen Sparta Prag. Bei einem Rückstand von 0:3 hätten die gegnerischen Fans auf Janktos Einwechslung überhaupt nicht reagiert: "Gar nichts. Eine Einwechslung, wie sie tausendmal vorher vorgekommen ist. Die Gesellschaft ist weiter, als wir denken – weiter, als die Vereine denken."
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"Das letzte Tabu" war im Februar auf Amazon erschienen und war unter den Nominierungen für den Deutschen Fernsehpreis. Die Arbeit am Film habe ihn angesichts der Homophobie im Fußball wütend auf die Kabine und die Gesellschaft gemacht, erzählte Oldenburg: "Wie kann es eigentlich sein, dass wir im aufgeklärten, demokratischen, liberalen 21. Jahrhundert das schaffen als Gesellschaft, Menschen dazu zu bringen, ihr wahres Ich zu verstecken? Tag für Tag, Woche für Woche, Jahr für Jahr."
Aufruf gegen Politikverdrossenheit
Der Verein Startschuss Queer Sport Hamburg veranstaltet das StartschussMasters bereits seit 2005. Bei der diesjährigen Auflage verabschiedete sich Fußball-Abteilungsleiter Alexander von Beyme, der sein Amt in Kürze aufgibt, mit einem Aufruf gegen Politikverdrossenheit: "Wir sind nicht ohnmächtig. Wir können etwas ausrichten. Was wir tun, hat Bedeutung", sagte er mit Verweis auf die Erfolge ehrenamtlicher Arbeit. Der 48-Jährige hatte sich seit 2011 in verschiedenen Positionen bei Startschuss engagiert. 2015 leitete er das Organisations-Komitee der schwul-lesbischen Fußball-Europameisterschaft in Hamburg. (cw/pm)











