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Designer herzt Populistin
Wolfgang Joop findet Sahra Wagenknecht toll
In einem Interview erklärte Designer Wolfgang Joop, dass Politik "innen und außen hässlich" mache. Es gebe lediglich eine Ausnahme.

Wolfgang Joop findet alte weiße Männer als Politiker doof, aber hat ein Faible für Sahra Wagenknecht (Bild: Fraktion DIE LINKE. im Bundestag / flickr)
- 6. November 2024, 14:12h 2 Min.
Der 79-jährige Modedesigner Wolfgang Joop hat in der am Donnerstag erscheinenden Ausgabe des "ZEITmagazins" erklärt, dass Politik hässlich mache und es nur eine Ausnahme gebe: Sahra Wagenknecht.
Konkret sagte er auf die Frage, was er von dem Begriff "alte weiße Männer" halte: "Ich kann mir schon jemanden darunter vorstellen. Aber weise wirken sie nicht, was man früher damit verband", antwortete Joop. Er glaube, dass Politik "innen und außen hässlich" mache, nur BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht sei eine Ausnahme. Zweimal habe er mit ihr Gespräche auf einer Bühne geführt, "und ich fand es schon erstaunlich, dass sie es geschafft hat, in dem jetzigen Chaos diese Blüte zu entfalten. Sie ist irritierend – und das finde ich toll." Dagegen seien die weißen Männer "alle ein bisschen ugly und reden sich um Kopf und Kragen."
In LGBTI-Organisationen gibt es ansonsten weniger Wagenknecht-Fans, da sie wegen ihres queerfeindlichen Populismus immer wieder in der Kritik stand (queer.de berichtete). 2021 war die damalige Linken-Politikerin für ihr Buch "Die Selbstgerechten" kritisiert worden, weil sie darin "immer skurrilere Minderheiten" beklagte und als Beispiel für diese auch sexuelle Orientierung nannte (queer.de berichtete).
"Ich hätte nicht damit gerechnet, 80 zu werden"
Joop erklärte auch, er freut sich auf seinen runden Geburtstag am 18. November: "Ich hätte nicht damit gerechnet, 80 zu werden", sagt er. Er empfinde es als "Gnade", noch arbeiten zu können: "Ich stöhne nicht über Arbeit. Ich bin lieber überbeschäftigt als unterbeschäftigt", so Joop. Arbeit sei "besser als eine Kopfschmerztablette." Er habe allerdings Angst davor, "dass das Alter zum zentralen Alltagsthema wird. Dieses Verletzbare, das Gefühl, da geschieht was mit mir, was ich nicht kontrollieren kann und was ich nicht kenne. Man ist ja schließlich das erste Mal alt."
Der gebürtige Potsdamer Joop begann in den Siebzigerjahren erfolgreich als Designer zu arbeiten und präsentierte Ende der Siebzigerjahre eine erste Pelzkollektion in New York. In den Achtzigerjahren gründete er sein eigenes Unternehmen, das unter dem Label "JOOP!" bis heute weltweit Bekleidung, Schuhe, Schmuck, Brillen oder Parfüm vertreibt. 2003 schuf er gemeinsam mit seinem Lebensgefährten Edwin Lemberg parallel die Modemarke Wunderkind, von der er sich jedoch 2017 wieder trennte. Joop, der sich in einem "Spiegel"-Gespräch 1996 als bisexuell geoutet hatte, ist seit 2013 mit Lemberg verpartnert (queer.de berichtete). (pm/cw)












