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Parlamentsbeschluss

Mali verbietet Homosexualität

Die Militärregierung im bitterarmen Mali geht nach einem erfolgreichen Putsch jetzt gegen Homosexuelle vor.


Justizminister Mahamadou Kassogué – hier bei einem Auftritt vor dem UN-Menschenrectsrat – will mit dem Homo­sexuellenverbot angeblich moralische Werte schützen (Bild: UN Human Rights Council)

  • 7. November 2024, 14:17h 2 Min.

Der westafrikanische Binnenstaat Mali hat vergangene Woche homo­sexuelle Handlungen kriminalisiert. Das nach einem Militärputsch 2021 eingerichtete Übergangsparlament stimmte laut Medienberichten am 31. Oktober mit 131 zu einer Stimme für ein Gesetz, das nicht nur gleich­geschlechtliche Liebe unter Strafe stellt, sondern auch die "Förderung" von Homosexualität.

Justizminister Mahamadou Kassogué erklärte, dass damit die moralischen Werte Malis und die nationale Tradition geschützt werden sollten. Jeder Person, die gegen das Gesetz verstoße, drohten strafrechtliche Sanktionen. Laut AFP ist allerdings der genaue Gesetzestext bislang nicht verfügbar. Das Gesetz muss noch von der Militärregierung bestätigt werden.

/ AESinfos

Das Homo­sexuellenverbot ist nicht der erste queer­feindliche Schritt der Militärjunta: Vergangenes Jahr hatte sie eine neue Verfassung beschlossen, in der die gleich­geschlechtliche Eheschließung ausdrücklich verboten wird. Zuvor hatte die Verfassung die Thematik nicht erwähnt.

Das rund 25 Millionen Einwohner*innen zählende Mali ist seit 1960 von Frankreich unabhängig und gilt als eines der ärmsten Länder der Welt, das zudem noch politisch sehr instabil ist. Die Wirtschaft beruht hauptsächlich auf Landwirtschaft, Bergbau sowie dem Export von Rohstoffen und ist stark von Entwicklungshilfe abhängig.

Bislang war Homosexualität in Mali noch nie offiziell verboten. Laut Umfragen lehnen fast alle die Anerkennung von Homosexualität ab. Eine Afrobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2023 kam etwa zu dem Ergebnis, dass nur sechs Prozent eine homosexuelle Person als Nachbar*in akzeptieren würden. Damit nahm dort die Akzeptanz in den letzten Jahren noch ab: Eine fünf Jahre zuvor durchgeführt Umfrage hatte noch ergeben, dass elf Prozent neben einem Schwulen oder einer Lesbe leben wollten. In Mali sind 98 Prozent der Bevölkerung muslimisch.

Bislang ist Homosexualität in 30 von 54 afrikanischen Staaten verboten. Uganda führte sogar letztes Jahr die Todesstrafe für Homosexuelle ein (queer.de berichtete). Außerdem können Homosexuelle in Mauretanien und Nigeria hingerichtet werden. (dk)

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