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Staatshomophobie

Nach "Queer"-Verbot: Filmfestival in Istanbul abgesagt

James-Bond-Star Daniel Craig wurde für seine Rolle in "Queer" beim Filmfest in Venedig gefeiert. Doch in Istanbul sieht man seinen Film als "Gefährdung" und verbietet die Ausstrahlung.


Daniel Craig (li.) und Drew Starkey sind einfach zu heiß für die Türkei (Bild: Mubi)
  • 8. November 2024, 09:49h 2 Min.

Eine Istanbuler Bezirksregierung hat die Vorführung des Filmes "Queer" mit Schauspieler Daniel Craig im Rahmen eines Filmfestivals verboten. Der Veranstalter Mubi sagte aus Protest das für vier Tage geplante und bereits ausverkaufte Festival ab, wie es in einer Erklärung des Arthouse-Streamingdienstes hieß. Das Festival hätte eigentlich vom 7. bis 10. November stattfinden sollen.

Die Bezirksvorsteher im Istanbuler Stadtteil Kadıköy, eingesetzt von der Zentralregierung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, hatten den Film als "Gefährdung des gesellschaftlichen Friedens" wegen "provokativen Inhalts" bezeichnet, so Mubi. Die Bezirksregierung bestätigte der dpa das Verbot des Filmes am Freitag.

"Queer" handelt von gleich­geschlechtlicher Liebe, dabei gibt es auch Sexszenen. Der Film basiert auf einer Erzählung des amerikanischen Schriftstellers William S. Burroughs (1914-1997). Im Zentrum steht Lee (Craig), der im Mexiko der Fünfzigerjahre seinen Alltag durch Drogenabhängigkeit und erotische Bekanntschaften mit Männern navigiert. Er lernt dabei Eugene (Drew Starkey) kennen, in den er sich auch verliebt. "Queer" kommt regulär am 2. Januar 2025 in die deutschen Kinos.

Der neue Film von Luca Guadagnino ("Call Me By Your Name") hatte bei den Filmfestspielen in Venedig seine Premiere. Dort feierte das Publikum die Produktion mit Standing Ovations (queer.de berichtete).

Homosexualität ist in der Türkei nicht illegal, stößt in konservativen Gesellschaftsteilen aber auf starke Ablehnung. Die konservativ-islamische Erdoğan-Regierung äußert sich immer wieder offen queerfeindlich. Organisationen berichten von einem gesellschaftlichen Klima in der Türkei, in dem Anfeindungen und Angriffe auf queere Menschen zunehmen. CSDs und andere queere Veranstaltungen werden dort schon seit Jahren verboten (queer.de berichtete). (dpa/dk)

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