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No Nut November: Wozu einen Monat auf Selbstbefriedigung verzichten?

Einen Monat ohne Sex ohne Selbst-Hand-Anlegen? Dieser sogenannte No Nut November läuft gerade. Doch lohnt sich das?


To nut or not to nut, säts se kwästschen! (Bild: freepik.com)

Schon seit einigen Jahren geistert der No Nut November durch die sozialen Netzwerke. Dabei handelt es sich nicht um ein Hilfsprogramm für Menschen mit Nuss-Allergien, sondern um ein kulturelles Phänomen "zwischen männlichem Wettkampf-Fetischismus und einem Streben nach mehr Selbstbeherrschung" ("GQ") – nämlich um den Verzicht von Männern auf Selbstbefriedigung und Sex. Es ist also eine ähnliche Herausforderung wie der Dry January (Leben ohne Alkohol) oder der Fizz Free February (Verzicht auf Zuckerlimonaden).

Der Begriff No Nut November tauchte zu Beginn der Zehnerjahre erstmals auf. "Nut" (Nüsse) ist im Englischen eine Umschreibung für die Hoden, als Verb bedeutet das Wort in US-Slang so viel wie ejakulieren. Laut einigen Berichten soll sich der selbstbefriedigungslose Monat aus dem No Shave November heraus entwickelt haben, also der Idee, dass Männer einen Monat lang ihren Bart wachsen lassen. 2017 verbreitete sich der Non Nut November als satirische Internet-Challenge viral. Es gab jedoch eine große Zahl an Männern, die diese Herausforderung ernst nahmen und noch nehmen.

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Lösung für Pornografie-"Sucht"?

In Online-Foren wird seither darüber debattiert, was das ganze bringt, was alles erlaubt ist – und was nicht. Viele sehen dabei Pornografie als Hauptproblem an und die Schwierigkeit, sich davon loszulösen. Mit der Challenge wollen sie sich dabei helfen, auf andere Gedanken zu kommen. Außerdem grassieren Gerüchte, wonach man sich mit einem rubbelfreien Monat besser konzentrieren kann oder höhere Testosteronwerte hat.

Für derartige Annahmen gibt es allerdings keinerlei wissenschaftlicher Nachweise. Demgegenüber zeigen einige Studien, dass regelmäßige Ejakulationen – egal, ob alleine oder zu mehreren herbeigeführt – möglicherweise das Risiko von Prostatakrebs senken, das Gedächtnis oder Immunreaktionen verbessern und entzündungshemmend wirken können.

No nut, much stress?

Zudem berichteten einige Teilnehmer, dass sie während ihres rubbelfreien Monats immensen Druck verspürt hätten und kaum an andere Dinge hätten denken können, weil sie so gestresst gewesen seien. Insbesondere in diesem Fall ist klar: Für die eigene Gesundheit tut ein Teilnehmer nichts, ganz im Gegenteil. Oft sind die Unterstützer in Online-Foren auch religiös oder politisch motiviert – und polemisieren nicht nur gegen die Selbstbefriedigung, sondern auch gegen Homosexuelle und alles, was in ihren Augen links ist.

Der No Nut November erinnert auch an die sogenannte "NoFap"-Bewegung, die propagiert, sich das ganze Jahr über nicht selbst zu befriedigen. Dazu veröffentlichten US-Wissenschaftler*innen letztes Jahr eine Studie – ihr Ergebnis: Männer, die sich in "NoFap"-Foren herumtreiben, leiden eher unter Depressionen oder Suizidgedanken (queer.de berichtete).

Aber wer es doch mal ausprobieren will und sich nicht unter Druck setzen lässt – warum nicht! Immerhin hat das Internet im Anschluss an den No Not November den Destroy Dick December ausgerufen – und hier soll sich der gemeine Teilnehmer bis zum Neujahrs-Countdown so viel mit sich selbst oder anderen vergnügen wie möglich. (cw)

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