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- 17. November 2024, 10:38h 2 Min.
In einem neuen Interview hat Choreograf und Model Jorge González über sein Coming-out und sein Leben als schwuler Mann gesprochen. "Ich richte mich nicht nach anderen. Alles, was ich tue, tue ich für mich", sagte der 57-Jährige der "Apotheken Umschau".
In Kuba, wo er bis 1985 gelebt hat, habe er seine Homosexualität nicht offen ausleben können. "Du weißt schon als Kind, was du bist, aber du kannst dich nicht entfalten, weil die Gesellschaft sagt, so wie du bist, bist du nicht gut", erklärte González. "Ich habe mich immer gefragt, was stimmt nicht mit mir?"
Europa nannte er im Interview seine "Rettung", die ihm half, so zu sein, wie er ist. Trotzdem müsse er mit negativen Kommentaren auf Social Media leben – "da stehe ich drüber, weil ich weiß, dass von diesen Leuten keine konstruktive Kritik kommt." Was er nicht toleriere, sei Diskriminierung: "Wenn ich diskriminiert werde wegen meiner Herkunft oder weil ich homosexuell bin, dann suche ich das Gespräch. Das toleriere ich nicht."
González sprach auch über den wachsenden Zuspruch rechtspopulistischer Parteien in Europa. Macht ihm das Angst? "Angst ist ein großes Wort. Natürlich mache ich mir Gedanken. Warum geht es gerade in diese falsche Richtung? Ich glaube, dass viele Leute unsicher sind, Angst haben, was ihre Zukunft angeht. Und leider gibt es Demagogen, die das ausnutzen. Ich hoffe, dass junge Leute das kapieren und aufstehen gegen chauvinistische Parolen und Ignoranz."
Wie das gelingen kann? Mit Bildung – und Anderssein. "Ich bin laut, ich bin extrovertiert und ich lache viel", sagte Jorge González. "Das macht vielen gute Laune. Ich tue keinem Menschen etwas Schlechtes. Im Gegenteil." (cw/ots)














