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Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki sorgt mit seinem erzkonservativen Weltbild dafür, dass viele queer­freundliche Christ*­innen der Kirche den Rücken zukehren (Bild: Reiner Diart / wikipedia)

Die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen ist auch 2024 hoch geblieben, allerdings ist kein neuer Höchstwert zu erwarten. Das ergab eine Stichproben-Umfrage bei den Amtsgerichten der größten Städte. So sind in Köln dieses Jahr (Stand 12. November) 10.965 Menschen aus der Kirche ausgetreten – im Gesamtjahr 2023 waren es 14.665. In Wuppertal haben bis einschließlich Oktober 1.953 Personen die Kirche verlassen, 2023 waren es bis Ende Oktober 1.730. In einigen Städten liegen die Austrittszahlen deutlich unter dem Niveau des Vorjahrs.

Insbesondere in Köln waren in den letzten Jahren sehr hohe Austrittszahlen gemeldet worden, was auch mit der Unpopularität des extrem queer­feindlichen Erzbischofs Rainer Maria Woelki zu tun hatte (queer.de berichtete). Woelki hatte wiederholt etwa den deutschen Reformweg kritisiert und lehnt beispielsweise die Segnung von gleich­geschlechtlichen Paaren ab – mit der Segnung von Tieren oder sogar Autos hat er hingegen kein Problem.

Im vergangenen Jahr war die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen leicht zurückgegangen: Nach Angaben des NRW-Justizministeriums traten 197.012 Menschen aus der Kirche aus, 2022 waren es 223.509 Austritte gewesen. 

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Kirchen verlieren bis 2060 wohl Hälfte der Mitglieder

Eine Untersuchung der Universität Freiburg prognostizierte 2019, dass die Zahl der Kirchenmitglieder – katholisch und evangelisch – bis zum Jahr 2060 um die Hälfte auf knapp 23 Millionen sinken werde. 

2023 hatte eine Untersuchung der EKD ergeben, dass sich inzwischen 56 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung als uneingeschränkt nicht religiös bezeichnen. Der Vorsitzende der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, folgert daraus: "Die Mehrheit der Bevölkerung ist kaum noch religiös ansprechbar." (dpa/cw)

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