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Transgender Day of Remembrance
Weltweit mehr Morde an trans Menschen registriert
Am Transgender Day of Remembrance wird jährlich an die Opfer von Transfeindlichkeit erinnert. Ein aktueller Bericht weist weltweit 350 Morde an trans Menschen aus.

Am 20. November erinnern Aktivist*innen weltweit an die Opfer von Transfeindlichkeit (Bild: Capital Pride / twitter)
- 20. November 2024, 09:59h 2 Min.
Zum jährlich am 20. November begangenen Transgender Day of Remembrance hat die queere Organisation TGEU den "Trans Murder Monitoring"-Bericht veröffentlicht. Demnach habe es zwischen dem 1. Oktober 2023 und dem 30. September 2024 weltweit 350 Morde an trans, nichtbinären und gender-nonkonformen Personen gegeben, die nachgewiesen werden konnten – und damit neun Prozent mehr als im Vorjahr.
Die meisten Fälle, rund drei Viertel, wurden in Lateinamerika gemeldet. Es gab dabei unterschiedliche Entwicklungen in verschiedenen Landesteilen: In den Vereinigten Staaten stieg die Zahl der gemeldeten Morde von 31 auf 41, in Europa halbierte sie sich hingegen auf acht. 94 Prozent der Morde wurde an Frauen begangen.
/ svenlehmann350 trans* Menschen wurden weltweit in den letzten 12 Monaten ermordet.
Sven Lehmann (@svenlehmann) November 20, 2024
Jedes Opfer von Transfeindlichkeit ist eins zu viel.
Am #TransDayofRemembrance gedenken wir der Opfer und appellieren: Schluss mit Gewalt, Schluss mit Ausgrenzung.
Trans* Rechte sind Menschenrechte!
Rund die Hälfte der Opfer waren demnach Sexarbeiter*innen. Ihr Anteil fiel jedoch über die Jahre: Beim ersten "Trans Murder Monitoring"-Report 2008 machten Sexarbeiter*innen noch 84 Prozent aus, im neuesten Bericht waren es 46 Prozent. Zudem machten nicht-weiße trans Menschen 93 Prozent der Fälle aus. Ihr Anteil ist über Jahresfrist um 14 Prozentpunkte gestiegen. In dem Report wird jedoch stets betont, dass von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werde. Seit Beginn des Projekts 2008 seien inzwischen mehr als 5.000 Morde an trans Menschen registriert worden.
Zu dem Gedenktag finden weltweit Veranstaltungen statt, um an Opfer transfeindlicher Gewalt zu erinnern. So werden an mehreren Rathäusern auch in Deutschland Trans-Flaggen gehisst, zudem gibt es Mahnwachen oder Kundgebungen.
Transphobe Kampagnen vor Bundestagswahl?
Zuletzt gab es in vielen Ländern vermehrt verbale Attacken auf trans Menschen. So machte der siegreiche republikanische Präsidentschaftskandidat Donald Trump im Wahlkampf Stimmung gegen geschlechtliche Minderheiten. So warf er trans Kindern vor, eine "Gefahr für die Demokratie" zu sein (queer.de berichtete). In Deutschland sorgte zuletzt die Debatte um das Selbstbestimmungsgesetz für viele transphobe Ausfälle von AfD, aber auch aus der Union.
Anlass für den Transgender Day of Remembrance ist der Mord an der afromerikanischen trans Frau Rita Hester im Jahr 1998, der bis heute nicht aufgeklärt wurde. Anders als beim Mord an dem jungen Schwulen Matthew Shepard, der sich nur sechs Wochen vorher ereignet hatte, gab es fast keine Berichterstattung über Hester.
Trans Aktivist*innen waren damals außer sich, dass die Öffentlichkeit offenbar wenig Interesse am Tod einer trans Frau zeigte, die noch dazu schwarz ist. Sie begannen wenige Tage nach dem Verbrechen mit öffentlichen Aktionen, um auf die Gewalt gegen trans Menschen aufmerksam zu machen. Seit 1999 wird der Transgender Day of Remembrance am 20. November begangen – nach einigen Jahren auch in Europa und auf anderen Kontinenten. (dk)














