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- 11. Juli 2006 2 Min.
Salt Lake City (queer.de) - Die mormonische Religionsgemeinschaft macht gegen die "Homo-Gen"-Theorie Front. In "The Salt Lake Tribune", der meist gelesenen Zeitung im Bundesstaat Utah, schrieb David Clarke Pruden, dass "alle Wissenschaftler, deren Studien zitiert werden, um die Idee zu untermauern", die Theorie in Wirklichkeit ablehnten. Die Frage sei besonders wichtig für die in den USA immer wieder aufflammende Debatte um die Homo-Ehe: "Wenn man annimmt, dass Menschen schwul geboren werden and sich nicht verändern können, ist es die logische Schlussfolgerung, dass die Homo-Ehe die einzig rationale Wahl für gleichgeschlechtlich orientierte Leute ist", argumentiert Pruden. Allerdings sei die "Born gay theory" nicht bewiesen - eher im Gegenteil. So zitiert er eine Studie von Robert Spitzer, der 200 Menschen untersucht hat, die sich einer "Re-orientation therapy" unterzogen haben. Demnach hätten 44 Prozent der Frauen und 66 Prozent der Männer ein funktionierendes heterosexuelles Verhältnis aufgebaut. Fast alle gaben an, nicht von homosexuellem Verlangen "geplagt" zu sein. Allerdings bemängeln Kritiker der Studie, dass es sich bei den untersuchten Personen ausnahmslos um sehr religiöse Individuen handle, die bei einem homosexuellen "Ausrutscher" ihren gesamten Freundeskreis und ihr Weltbild verlieren würden - was Pruden nicht in seinem Artikel nicht erwähnt. Er führt weitere "Zeugen" für die Verschwörung der "Homo-Gen"-Befürworter an. So habe die Universität Illionois festgestellt, dass es kein einzelnes Gen gefunden wurde, das Homosexualität bestimme. Pruden selbst ist Chef von "Evergreen International", einer mormonischen "Ex-Gay"-Gruppe, die Leuten beim "Ausstieg" aus der Homosexualität helfen will. Die Mormonen-Kirche ist eine semi-christliche Glaubensgemeinschaft mit Hauptsitz im US-Bundesstaat Utah, in dem sie auch die Bevölkerungsmehrheit stellt. Sie hat weltweit 12,5 Millionen Mitglieder, davon 36.000 in Deutschland. (dk)














