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Berlin
Lauter Protest gegen Sparpläne bei queerem Weihnachtsmarkt
Bei der Eröffnung der Christmas Avenue stieß Finanzsenator Stefan Evers auf Proteste. Kürzungspläne des Senats bedrohen unter anderem Angebote für queere Jugendliche.

Stefan Evers (Archivbild) ist seit April 2023 Berliner Finanzsenator (Bild: www.jakobebert.de)
- 26. November 2024, 09:25h 3 Min.
Der Protest gegen die Sparpläne war zu groß: Finanzsenator Stefan Evers (CDU) hat eine am Montagabend geplante Eröffnungsrede an einem queeren Weihnachtsmarkt nicht gehalten. Er sei wegen Buhrufen und lautstarkem Protest auf dem Weihnachtsmarkt Christmas Avenue Berlin am Nollendorfplatz kaum zu Wort gekommen, berichtet der "Tagesspiegel". Schließlich habe der schwule Politiker die Bühne ohne Rede verlassen.
Die Polizei bestätigte der dpa den Vorfall. Demnach stürmten 20 bis 30 Protestierende teilweise die Bühne und warfen Flugblätter und Spielgeld. Sie hatten Plakate dabei, einige trugen eine Papiermaske mit dem Gesicht des Regierenden Bürgermeisters Kai Wegner (CDU), wie eine Sprecherin der Polizei sagte. Auch Videoaufnahmen des "Tagesspiegel" zeigen den Protest.
/ dominikmai | "Tagesspiegel"-Redakteur Dominik Mai filmte einen Teil der ProtesteLautstarker Protest gegen die Sparpläne von Schwarz-Rot bei Berlins queeren Jugendzentren: CDU-Finanzsenator @StefanEvers_Bln kann seine Rede bei der Eröffnung des queeren Weihnachtsmarktes am Nollendorfplatz nicht halten. Unkürzbar rufen die mehr als 30 Demonstrierenden. pic.twitter.com/bawKSSGa2i
Dominik Mai (@dominikmai) November 25, 2024
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Evers sei nicht körperlich angegriffen worden und es habe auch keine Sachbeschädigung gegeben, sagte die Sprecherin. Die Beamten nahmen die Personalien von acht Protestierenden auf. Laut "Tagesspiegel" hatten die Veranstalter der Christmas Avenue die Polizei gerufen.
Protest gegen Kürzungen
Die Protestierenden forderten die Koalition zwischen CDU und SPD mit Plakaten auf, geplante Kürzungen zurückzunehmen und queere Jugendzentren zu erhalten. Der Berliner Senat will im kommenden Jahr rund drei Milliarden Euro einsparen, wovon den Plänen zufolge auch queere Jugendzentren betroffen sein sollen.
Vertretende des queeren Jugendnetzwerks Lambda in Prenzlauer Berg waren dem "Tagesspiegel" zufolge vor Ort. Lambda ist Träger des ersten landesweiten queeren Jugendzentrums in Berlin, wie es auf der Website heißt. Ohne Förderung durch das Land Berlin müssten dieses Zentrum und andere zum 1. Januar schließen, so Lambda gegenüber der Zeitung. Dabei brächen wichtige Zufluchtsorte für schwule, lesbische, bisexuelle, trans und inter Jugendliche weg. Es sei absurd, gleichzeitig den Weihnachtsmarkt Christmas Avenue eröffnen zu wollen und bei queeren Projekten zu kürzen.
Laut einem weiteren Bericht des "Tagesspiegel" könnten von Kürzungen auch queere Jugendzentren in Pankow, Treptow und Neukölln und die Jugendfreizeiteinrichtung "qu:alle" in Spandau betroffen sein. Auch in anderen Bereichen des queeren Berlins sind Kürzungen geplant, etwa beim Schwulen Museum und im Kulturbetrieb sowie im Bereich HIV/Aids.
Evers reagierte auf der Bühne
Evers verzichtete auf seine Rede, reagierte auf der Bühne aber noch auf den Protest: "Ich hätte das Geld sehr gerne, dann müssten wir in der Tat über Kürzungen auch nicht sprechen", sagte er, wie in einem auf der Plattform X verbreiteten Video zu hören ist. "Wer hier wirklich glaubt, dass man sein Ziel erreicht, in dem man andere niederschreit, ich glaube, der irrt sich gewaltig", sagte Evers weiter. (cw/dpa)












