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USA

Bericht: Trump will trans Personen aus Militär werfen

Laut der Londoner "Times" plant der angehende US-Präsident erneut ein Dekret zum Verbot von trans Personen in den Streitkräften – und Entlassungen.


Mit Trump drohen den USA vier Jahre queer- und speziell transfeindlicher Politik (Bild: SC/ABC)

  • 26. November 2024, 11:50h 3 Min.

Der angehende US-Präsident Donald Trump will mit einer Anordnung trans Personen erneut die Arbeit im Militär verbieten – und bereits bestehende Dienstverhältnisse kündigen. Das berichtet die Londoner "Times" unter Berufung auf mehrere Quellen. Eine entsprechende Executive Order Trumps könne demnach bereits am Tag seiner Amtseinführung am 20. Januar 2025 erfolgen.

Das Verbot könne Schätzungen zufolge 15.000 Personen in allen Bereichen des Militärs betreffen, das auf insgesamt rund 1,3 Millionen Beschäftigte kommt. Trans Personen sollten demnach als dienstuntauglich eingestuft und aus medizinischen Gründen entlassen werden. Mit dem Dekret würde Trump an ein Verbot aus seiner erstem Amtszeit anknüpfen und dieses ausweiten.

Menschenfeindliches Hin und Her

Transgeschlechtlichkeit war in den "Armed Forces" bis 2016 ein zwingender Entlassungsgrund. Der damalige demokratische Verteidigungsminister Ashton B. Carter hob das Verbot im letzten Sommer der Obama-Regierung auf (queer.de berichtete). Trump setzte das Inkrafttreten der Reform allerdings aus (queer.de berichtete). Der Republikaner hatte den Schritt als Verbot von Neueinstellungen im Sommer 2017 zuerst auf Twitter angekündigt und damit auch das Militär überrascht.

Trump hatte das Verbot mit "enormen medizinischen Kosten" und "Störungen" im Ablauf des Militärs begründet, die trans Personen angeblich mit sich brächten. Die Streitkräfte müssten sich statt auf geschlechtliche Minderheiten "auf den endgültigen und überwältigenden Sieg konzentrieren", so Trump damals (queer.de berichtete). Bundesgerichte hatten Trumps Vorhaben zunächst gestoppt. Der Supreme Court verfügte aber im Januar 2019, dass das Verbot bis zur Entscheidung von Berufungsgerichten in Kraft treten kann.

Sein Nachfolger Joe Biden hob das Verbot von trans Personen dann im Januar 2021 auf (queer.de berichtete). Die Geschlechtsidentität dürfe niemanden daran hindern, in der Armee zu dienen. Die Streitkräfte seien effektiver, wenn sie inklusiv seien.

Weitere Dekrete und Verbote geplant

Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder Stimmung gegen geschlechtliche Minderheiten gemacht. So hatte der 78-jährige auch gegen "woke" Praktiken im Militär gewettert und gesagt, dass einige hochrangige Offiziere oft mehr an Vielfalt, Gleichberechtigung und Inklusion interessiert seien als an Kampfplanungen. Ein Werbespot seiner Wahlkampagne setzte Szenen aus "Full Metal Jacket" Eindrücke von trans Personen und Dragqueens gegenüber (queer.de berichtete).

In einem in den letzten Wochen wieder viral gegangenen Video, das Trump bereits im Februar 2023 aufgenommen hatte, versprach er unter allerlei transfeindlicher Rhetorik, am Tag seiner Amtseinführung Richtlinien der Regierung zu geschlechtsbejahenden Behandlungen bei Minderjährigen zurückzunehmen. Bundesbehörden würden Programme zur "Bewerbung" des "Konzepts" von Geschlechtsanpassungen verboten. Entsprechende medizinische Behandlungen bei Minderjährigen und ihre Anbieter könnten Finanzierungen und Erlaubnisse verlieren und mit juristischen Konsequenzen zu rechnen haben. Außerdem kündigte Trump unter anderem an, die Regierung würde nur noch das "Geschlecht zur Geburt" anerkennen und "Männern" die Teilnahme am Frauensport verbieten.


Trump hatte in den letzten zwei Jahren diverse transfeindliche Maßnahmen angekündigt, sollte er erneut Präsident werden

Trumps nominierter Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte öffentlich gegen eine "schwache" und "verweiblichte" Führung des Militärs gewettert und behauptet, dass die medizinische Versorgung von trans Personal eine Extravaganz sei, die sich das Pentagon nicht leisten könne. Kritiker*innen argumentieren hingegen, dass ein neues Trans-Verbot im Militär die Rekrutierung in einer Zeit betreffe, in der die Streitkräfte außer bei den Marines hinter ihrem Bedarf liegen. Durch die Entlassungen würde viel Erfahrung auch auf Leitungsebene verloren gehen.

"Ein Ausschluss tausender qualifizierter transgender Mitglieder der Armee – die alle Voraussetzungen für den Militärdienst erfüllen und seit fast einem Jahrzehnt ohne Zwischenfälle im Einsatz sind und so positiv zur Landesverteidigung beitragen – würde unser Land weniger sicher machen und ist nichts anderes als als Politik getarnte Transphobie", kommentierte die Human Rights Campaign. (cw)

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