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"Schwule Scheiße"
Erstes Tor für Kevin Behrens nach homophobem Eklat
Kevin Behrens hat sein erstes Tor für Wolfsburg erzielt, nachdem seine "Schwule Scheiße"-Äußerung bekannt wurde. Öffentlich sagen will er nichts mehr. Laut einem Zeitungsbericht plant der Verein, den Stürmer bald loszuwerden.

Kevin Behrens, der sich kürzlich über "schwule Scheiße" aufgeregt hatte, umarmt seinen Mitspieler Lukas Nmecha, daneben steht Wolfsburg-Trainer Ralph Hasenhüttl (Bild: IMAGO / regios24)
- 2. Dezember 2024, 14:27h 2 Min.
Der Fußballprofi Kevin Behrens hat am Samstag erstmals in dieser Saison ein Tor erzielt: Er schoss am Samstagnachmittag in der Nachspielzeit den letzten Treffer beim 5:1-Sieg seines VfL Wolfsburg beim Champions-League-Teilnehmer RB Leipzig. Nach dem Spiel wollte er sich laut "Bild" aber nicht öffentlich äußern. Und das wird wohl auch so bleiben: "Ob er überhaupt noch mal als Angestellter des VfL Wolfsburg öffentlich reden wird? Unwahrscheinlich", kommentierte die Boulevardzeitung.
Grund ist offenbar ein homophober Eklat des Spielers: Der 33-Jährige soll sich Ende September geweigert haben, ein in Regenbogenfarben gestaltetes Trikot zu unterschreiben, mit dem der VfL ein Zeichen für Vielfalt und Toleranz setzen will. Dabei soll auch der Satz gefallen sein: "So eine schwule Scheiße unterschreibe ich nicht" (queer.de berichtete).
Später nannte der Spieler seine Äußerungen "absolut nicht in Ordnung" und entschuldigte sich, erklärte aber auch, dass er fortan nichts mehr zum Thema sagen werde. Für den VfL Wolfsburg war die Angelegenheit mehr als peinlich, da sich der Verein als äußerst queerfreundlich gibt. 2017 hatte etwa Nilla Fischer als VfL-Kapitänin erstmals in der Fußball-Bundesliga eine Regenbogenbinde am Arm getragen – und damit einen Trend gestartet (queer.de berichtete).
Bericht: Wolfsburg will Behrens schnell loswerden
Laut "Bild" will Wolfsburg nun offenbar Behrens loswerden, "am liebsten schon in der Winter-Transferphase". Grund sei, dass der Image-Schaden sehr groß geworden sei – und er nicht so gut Fußball spielen könne, um diesen Image-Schaden aufzuwiegen. So hatten gegnerische Fans aus Hamburg-St. Pauli bei einem Bundesligaspiel lautstark gegen Behrens protestiert, sogar heimische Fans pfiffen ihn aus.
Die Wolfsburger Führungsriege betonte mehrfach, dass sich Behrens glaubhaft entschuldigt habe und auch eine vereinsinterne fünfstellige Geldstrafe für seinen Ausbruch erhalten habe. Trainer Ralph Hasenhüttl stellte sich hinter seinen Spieler. So sagte der Österreicher letzten Monat: "Ich bewerte vor allem die Art und Weise, wie er jeden Tag arbeitet. Und was er mir als Spieler gibt und wie er für die Mannschaft da ist. Und da muss ich sagen, habe ich selten so einen professionellen Profi gesehen, wie er es ist. Und das ist das, was mich interessiert." (cw)















