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Opfer zwischen 29 und 55 Jahre alt

Mönchengladbach: Prozess gegen drei "Planet Romeo"-Schläger

In Mönchengladbach wird drei Männern der Prozess gemacht, die über eine schwule Dating-App Männer in eine Falle lockten, verprügelten und ausgeraubt haben sollen. Die Angeklagten begründen ihre Taten damit, dass sie die Schwulen für Pädo-Kriminelle halten.


Den Angeklagten wird unter anderem gefährliche Körper­ver­letzung, Freiheitsberaubung, besonders schwerer Raub, besonders schwere räuberische Erpressung und erpresserischem Menschenraub vorgeworfen (Bild: tingeyinjurylawfirm / unsplash)

  • 4. Dezember 2024, 14:52h 2 Min.

Drei junge Männer stehen laut einem Bericht der "Rheinischen Post" (Bezahlartikel) in Mönchengladbach vor Gericht, weil sie über die schwule Dating-App "Planet Romeo" drei Männer zwischen 29 und 55 Jahren kontaktiert haben sollen, um diese zu verprügeln und auszurauben. Den Männern werde unter anderem gefährliche Körper­ver­letzung, Freiheitsberaubung, besonders schwerer Raub, besonders schwere räuberische Erpressung und erpresserischer Menschenraub vorgeworfen. Zwei der drei Opfer litten bis heute an den Folgen der Taten.

Ein 55-jähriger Geschädigter beschrieb am Dienstag vor Gericht, wie er zu einem Date fuhr, um dann zweieinhalb schreckliche Stunden zu erleben: "Drei Männer stiegen zu, hielten mir ein Messer an den Hals. Ich musste meine PIN-Nummer verraten, damit holten die Täter Geld am Sparkassenautomaten am Bismarckplatz ab." Danach habe er zu einem Feldweg fahren müssen. Dort sei er gezwungen worden, niederzuknien, und sei dann malträtiert worden, unter anderem mit einem Tritt gegen den Kopf. Außerdem hätten die Männer ihn in den Kofferraum seines eigenen Autos eingesperrt. Auch ein weiterer Mann sei in seinem Auto überfallen, ein anderer sei in seiner Wohnung eingesperrt worden.

Die Angeklagten zeigten sich laut dem Bericht geständig, behaupteten aber, dass die Opfer Pädokriminelle gewesen seien – und daher eine Abreibung verdienten. Der Richter habe dann erklärt, dass sie zu einer solchen Selbstjustiz kein Recht hätten. Außerdem wurde im Prozess darüber aufgeklärt, dass "Planet Romeo" ein Portal nur für Erwachsene sei und nichts mit sexuellem Missbrauch von Kindern zu tun habe.

Die Verhandlung wird am 10. Dezember fortgesetzt, wahrscheinlich wird dann das Urteil gesprochen. Die Verteidiger versuchten laut "Rheinischer Post", die Schuld der Mandanten zu relativieren – einer forderte sogar eine Bewährungsstrafe.

Erst vor wenigen Tagen hatten zwei Übergriffe an Online-Datern in Lüneburg für Schlagzeilen gesorgt. Ein Politiker der Jungen Union und ein weiterer Mann wurden demnach von einer Gruppe junger Männer über ein Dating-App an einen Treffpunkt gelockt und dort brutal zusammengeschlagen (queer.de berichtete). (cw)

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