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Ex*NSYNC-Star
Sitcom gecancelt: Lance Bass spricht über Karriere-Knick nach Coming-out
Vor 18 Jahren outete sich Lance Bass. Seiner Karriere habe dies nicht gutgetan, verrät er jetzt in einem Podcast: Casting-Chefs hätten sich geweigert, einen offen schwulen Mann anzustellen.

Lance Bass (li.) und sein Ehemann Michael Turchin beim Shopping mit den Kindern
- 5. Dezember 2024, 12:10h 3 Min.
Sänger und Schauspieler Lance Bass hat nach seinem Coming-out 2006 die Hauptrolle in einer Sitcom verloren. Das verriet der 45-jährige ehemalige *NSYNC-Star im Podcast "Politickin'", der unter anderem vom kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom moderiert wird.
"Ich hatte eine Sitcom im Sender The CW. Wir waren gerade dabei, die Pilotfolge zu drehen and dann kam es raus", sagte Bass. Das Coming-out sei damals unter Druck erfolgt, erklärte der Sänger weiter, weil ihn ein Boulevardblatt mit dem Outing gedroht habe – er habe dann 24 Stunden Zeit gehabt, seine Geschichte dem Magazin "People" zu erzählen.
"Die von der Sitcom haben dann gesagt: 'Wir können das jetzt nicht mehr drehen. Das Publikum muss glauben, dass du hetero bist, wenn die eine heterosexuelle Figur spielst.'", so Bass. "Und jeder Casting-Direktor, den ich gekannt habe, hat mir gesagt: 'Lance, wir können dich nicht casten, weil das Publikum die Sache nicht ignorieren kann. Du bist zu bekannt dafür, schwul zu sein, jetzt können sie in dir nichts anderes mehr sehen.' Also habe ich alles verloren."
Bass muss sich neu erfinden

So outete sich Lance Bass (Bild: People)
In dem Podcast ließ Bass seine Karriere Revue passieren: Er war gerade einmal 16 Jahre alt gewesen, als die Boyband *NSYNC 1995 gegründet worden war. Als sich die Gruppe sich 2002 auflöste, lebte er immer noch versteckt schwul. Dabei arbeitete er an seiner Schauspielkarriere und hatte etwa Gastauftritte in Serien wie "Eine himmlische Familie". Nach dem erzwungenen Coming-out habe er sich aber völlig neu erfinden müssen. Zwar habe ihn überrascht, wie positiv die Reaktionen auf sein Coming-out gewesen seien – er habe eigentlich erwarten, dass sich ganz Amerika über ihn lustig mache. Gleichzeitig habe es sich auch gezeigt, dass das Coming-out – wie von ihm erwartet – ein "Karriere-Killer" gewesen sei.
Er sei dann zu Broadway gegangen, wo Homosexualität kein Problem darstellte. Schließlich fand er über eine Teilnahme bei "Dancing With The Stars", der US-Version von "Let's Dance", Ende 2008 wieder in den Mainstream zurück. Später war er unter anderem Moderator der schwulen Datingshow "Finding Prince Charming", die allerdings 2016 nach einer Staffel eingestellt wurde. Erfolg hatte das Format erst, als RTL es 2019 für den deutschen Markt adaptierte, allerdings ohne Bass.
Schlimme Jugend in homophobem Bundesstaat
In dem Podcast-Interview sprach Bass auch darüber, wie schwer es für ihn gewesen sei, im erzkonservativen Mississippi als schwuler Junge aufzuwachsen. "Ich wusste mit fünf Jahren, dass ich schwul bin", sagte er. Gleichzeitig habe er immer gedacht, dass er seine sexuelle Orientierung sein ganzes Leben lang verstecken muss. Denn in seiner Heimat habe er nur von Homosexuellen gehört, wenn sie von seinem Dorfpfarrer als Ausgeburt des Bösen bezeichnet, von Familien verstoßen oder ermordet werden.
Inzwischen ist Bass glücklich verheiratet: 2014 gab er seinem Freund Michael Turchin das Ja-Wort (queer.de berichtete). 2022 bekam das Paar Zwillinge (queer.de berichtete). Die Familie lebt in Los Angeles. (dk)
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