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Schweiz
"Fischer*innenweg": Berner Stadtrat will Straßennamen gendern
Es gibt zwar einen Fischerweg – aber was ist mit den Fischerinnen? Diese Frage geht die Politik in Bern an.

Ein Stern geht wieder mal zur Weihnachtszeit auf – dieses Mal ein anderer… (Bild: IMAGO / Steinach)
- 6. Dezember 2024, 14:08h 2 Min.
Der Stadtrat der schweizerischen Hauptstadt Bern hat am Donnerstag in einem Beschluss gefordert, Straßennamen mit generischem Maskulinum künftig zu gendern. Wie die "Berner Zeitung" berichtet, hat das Parlament den Antrag der Alternativen Linken (AL) mit 43 zu 13 Stimmen angenommen.
Die AL-Stadträtin Jemima Fischer begründete ihren Antrag damit, dass es bei der Straßenbenennung noch immer einen "antiquiertem patriarchalischem Dogmatismus" gebe – beispielsweise den Fischerweg oder den Buchdruckerweg. "Solche Namen sind nicht mehr zeitgemäß und müssen ersetzt werden", erklärte Fischer in ihrem Antrag (PDF). "So kann z.B. der Fischerweg in Fischer*innenweg, der Buchdruckerweg in Buchdrucker/innenweg und der Genossenweg abwechselnd in Genossenweg oder Genossinnenweg umgetauft werden." Es könnten also mehrere Formen des Genderns gewählt werden – Fischer empfahl dabei einen "spielerischen Umgang" mit der Sprache.
Stadtregierung warnt vor zu großem Aufwand
Der Beschluss hat keine direkten Auswirkungen, da nicht der Stadtrat, sondern der Gemeinderat über Straßenumbenennungen entscheidet. Die Stadtregierung hatte in einer Reaktion auf den Entwurf vor einem großen administrativen Aufwand und hohen Kosten gewarnt. Außerdem sprächen "historische Bezüge und die Vertrautheit der Bevölkerung mit bestehenden Straßennamen" gegen eine Umbenennung.
Der Stadtrat hat in einem weiteren Antrag außerdem weitere Umbenennungen gefordert: So sollten Straßennamen, die einen militärischen oder kriegerischen Bezug haben, künftig Namen von Frauen tragen, die sich für den Frieden engagiert hätten. Dabei geht es um rund 25 Namen wie Bollwerk, Militärstraße oder Kanonenweg. Eine Umbenennung verleihe der "aktiven Friedensförderung von Frauen vor, während und nach bewaffneten Konflikten Sichtbarkeit". Dieser Antrag wurde mit 40 gegen 15 Stimmen angenommen. (dk)















