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Katholische Kirche
Vatikan plant offenbar queere Pilgerfahrt
Papst Franziskus hat angesichts des "Heiligen Jahres" 2025 offenbar eine queere Pilgerreise ins Leben gerufen.

Papst Franziskus will offenbar auch queere Menschen ins Heilige Jahr einbinden (Bild: European Union)
- 11. Dezember 2024, 14:31h 2 Min.
Der Vatikan hat trotz erheblicher Widerstände im Organisationsteam beschlossen, eine eigene Pilgerfahrt für queere Menschen ins Leben zu rufen. Das berichtete die Zeitung "Il Messaggero". Hintergrund ist, dass nächstes Jahr – wie alle 25 Jahre – von der katholischen Kirche als "Heiliges Jahr" gefeiert wird. Seit dem Jahr 1300 erhalten Pilger*innen traditionell einen "Jubiläumsablass" bei diesem Ereignis, ihnen können alle Sünden vergeben werden.
Laut dem Bericht soll die queere Pilgerfahrt am 6. September 2025 stattfinden. Dann sollen die Teilnehmenden durch die "Heilige Pforte" des Petersdoms ziehen und anschließend eine Messe in der Hauptkirche des Jesuitenordens Il Gesù feiern. Dieses solle vom stellvertretenden Vorsitzenden der Italienischen Bischofskonferenz, Bischof Francesco Savino, geleitet werden. Schon am Abend davor sei ein Abendgebet geplant.
Laut "Il Messaggero" sei diese Planung "eine absolute Neuigkeit, die vor einigen Jahren noch undenkbar gewesen wäre". Der Jesuitenorden sei jedoch bereits seit Jahren auf queere Menschen zugegangen.
"Heiliges Jahr" 2000: Papst Johannes Paul II. forderte noch CSD-Verbot
Beim letzten "Heiligen Jahr" 2000 zeigte sich die Kirche noch offen queerfeindlich. Damals bezeichnete Papst Johannes Paul II. den damals gleichzeitig in Rom stattfindenden World Pride als "Angriff auf christliche Werte". Der Vatikan setzte sich damals für ein Verbot des CSD-Events ein.
Die queere Pilgerfahrt soll laut dem Bericht von Papst Franziskus unterstützt worden sein. Dieser gab in seiner inzwischen elfeinhalbjährigen Amtszeit widersprüchliche Signale an queere Menschen. Zu Beginn seiner Amtszeit sorgte er für Aufregung, als er erklärte: Wenn jemand schwul ist und guten Glaubens den Herrn sucht – wer bin ich, über ihn zu urteilen?" (queer.de berichtete). Seither hat sich der Papst aber wiederholt abwertend gegenüber Homosexuellen geäußert. In nichtöffentlichen Treffen soll er sich als "Schwuchteln" diffamieren (queer.de berichtete). Zudem wirft er nicht enthaltsamen Homosexuellen nicht mehr vor, Verbrecher*innen zu sein – sie lebten wegen ihrer sexuellen Orientierung aber anders als Heterosexuelle immer in Sünde (queer.de berichtete). (dk)















