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"Aber es gibt so viele Nuancen"
Darum setzt sich Jonathan Bailey heute für queere Kids ein
Im Interview mit der "Vogue" spricht der britische Schauspieler Jonathan Bailey über sein Coming-out mit Anfang 20 und negative Erfahrungen in der eigenen Schulzeit. Über seinen Beziehungsstatus möchte er jedoch nicht reden.

Jonathan Bailey bei der Premiere von "Wicked" (Bild: IMAGO / FAMOUS)
- 14. Dezember 2024, 06:15h 2 Min.
Ob als attraktiver Viscount Anthony im Netflix-Hit "Bridgerton" oder charismatischer Prinz Fiyero in der Musicalverfilmung "Wicked": Mit seinem umwerfenden Charme hat Jonathan Bailey (36) in den vergangenen Jahren die Herzen des Publikums erobert. Aber wie sieht es privat bei dem Schauspielstar aus? In einem Interview fand der 36-Jährige nun deutliche Worte.
Über seinen Beziehungsstatus wolle er nicht sprechen, sagte Bailey der "Vogue". Über seine Identität als queerer Mann spricht der Schauspieler hingegen offen und gibt zu: "Ich glaube, andere Leute haben meine Sexualität verstanden, bevor ich mir dessen überhaupt bewusst war."
Die Freundin half beim Coming-out
Seine Zugehörigkeit zur LGBTI-Community zu verstehen und voll zu akzeptieren, sei eine schrittweise Erkenntnis gewesen, sein Coming-out habe er in seinen frühen Zwanzigern gehabt. Dabei habe ihm auch eine Frau geholfen, mit der er damals zusammen war.
"Es ist interessant, wie binär man ist. Man wird entweder als das eine oder das andere wahrgenommen", sagt Bailey. "So habe ich es damals gesehen, aber es gibt so viele Nuancen. Meine Erfahrung mit dieser Beziehung damals war nicht, dass ich im Verborgenen war." Seine Ex-Freundin sei "nach wie vor eine meiner besten Freundinnen".
Schwierige Erfahrungen im Teenageralter
Im Teenageralter sei der Umgang mit seiner Identität allerdings nicht immer ganz einfach gewesen. So erzählt Bailey etwa von einer Übernachtungsparty mit Schulfreunden, bei der er aufgeregt in die Runde gefragt habe: "Leute, wer hier denkt, er sei schwul? Irgendjemand? Ich schon. Ich schon." Es sei eine Unterhaltung gewesen, die er unbedingt habe führen wollen, "um zu sehen, ob alle anderen das auch so sehen". "Aber alle waren still", erinnert sich der 36-Jährige heute. Auch ein Lehrer habe ihn einmal vor der ganzen Klasse mit einer homophoben Bezeichnung bloßgestellt.
Wohl auch aufgrund dieser Erfahrungen setzt sich Jonathan Bailey heute für die LGBTI-Community ein. Der Schauspieler ist Schirmherr der Wohltätigkeitsorganisation Just Like Us, die sich für queere Schüler*innen einsetzt. Er gründete Anfang des Jahres sogar seine eigene Stiftung, den Shameless Fund, der queere Menschen vor Unterdrückung beschützen soll. (cw/spot)














