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Künftige US-Regierung

Trump macht Grenell zum Sondergesandten

Als Gesandter für Sondermissionen des designierten US-Präsidenten Donald Trump soll der schwule Ex-Botschafter der USA in Deutschland, Richard Grenell, künftig an den "heißesten Brennpunkte der Welt arbeiten, darunter Venezuela und Nordkorea".


Richard Grenell im Jahr 2022 (Bild: Gage Skidmore / flickr)
  • 15. Dezember 2024, 05:57h 2 Min.

Der schwule Ex-Botschafter der USA in Deutschland, Richard Grenell, soll künftig Gesandter für Sondermissionen des designierten US-Präsidenten Donald Trump werden. "Ric wird an einigen der heißesten Brennpunkte der Welt arbeiten, darunter Venezuela und Nordkorea", schrieb Trump auf der von ihm mitbegründeten Online-Plattform Truth Social. "Ric wird weiterhin für Frieden durch Stärke kämpfen" und werde Amerika immer an die erste Stelle setzen, so Trump.

Während seiner Zeit in Berlin, wohin ihn Trump 2018 in seiner ersten Amtszeit als Präsident entsandt hatte, hatte Grenell, der kein Deutsch spricht, seine Aufgabe stets darin gesehen, die Politik Trumps in Deutschland und Europa offensiv zu verteidigen. Dabei sparte er nicht mit Kritik an der damaligen CDU-Bundeskanzlerin Angela Merkel und an Deutschland. Dabei ging es vor allem um Deutschlands finanziellen Beitrag zum Verteidigungsbündnis Nato.

Undiplomatischer Botschafter

Grenells undiplomatische Äußerungen brachten ihn in Berlin nur wenige Freund*innen ein. Ein gutes Verhältnis hatte er aber offenbar zum ebenfalls offen schwulen und ebenfalls mit Populismus flirtenden Ex-Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), mit dem er sich 2019 beim CSD Berlin ablichten ließ (queer.de berichtete).

Drei Monate war Grenell auch US-Geheimdienstdirektor. Er war damit der hochrangigste – und auch praktisch der einzige – offen schwule Vertreter der früheren Trump-Regierung. Außerhalb der Republikanischen Partei genießt Grenell allerdings wegen seiner undiplomatischen Art und seiner blinden Ergebenheit gegenüber Donald Trump wenig Ansehen.

Kein konsequenter Einsatz für LGBTI-Rechte

Immer wieder kritisierte Richard Grenell auch Homosexuellenverfolgung – allerdings nur in Ländern wie dem Iran, die Trump als Gegner ansieht (queer.de berichtete). Dagegen äußerte er sich nie negativ über ein Land wie Saudi-Arabien, das zwar die Todesstrafe gegen Homosexuelle verhängt, aber gleichzeitig US-Verbündeter ist. Mehrmals kündigte er auch an, weltweit gegen Staatshomophobie vorzugehen, etwa keine Geheimdienstdaten mit Verfolgerstaaten auszutauschen (queer.de berichtete). Konkrete Änderungen an der US-Politik gab es aber keine.

Der Getreue Trumps war zuvor als möglicher Außenminister der neuen Trump-Regierung gehandelt worden. Die Nominierung ging aber an Marco Rubio, einen Senator aus Florida. Mit dem Hedgefonds-Manager Scott Bessent soll ein weiterer schwuler Mann Finanzminister werden (queer.de berichtete). (cw/dpa)

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