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Berlin
Schwuler Verleger will für queerfeindliche Partei in den Bundestag
Olaf Alp, der Mann hinter der blu-Mediengruppe, ist Bundestagskandidat für das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Berlin. Die queere Community ließ er schon mehrfach im Stich.
- 15. Dezember 2024, 11:47h 3 Min.
Kopfschütteln in der Community: Olaf Alp, der Mann hinter der blu-Mediengruppe, will für das nicht gerade queerfreundliche Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in den Deutschen Bundestag. "Ich kandidiere!", teilte Alp selbst auf LinkedIn mit. Am vergangenen Wochenende wählte ihn der BSW-Landesverband Berlin auf Listenplatz 10 für die vorgezogene Bundestagswahl am 25. Februar 2025.
Bereits seit Gründung des Landesverbands im Juli ist Olaf Alp Beisitzer im Vorstand. Außerdem fungiert er als "LGBTQ-Sprecher", trat in dieser Eigenschaft aber bislang nur gegenüber seinen eigenen Medien auf. Bereits im April hatte er dort ein völlig unkritisches Interview mit Sahra Wagenknecht veröffentlicht. Zur blu-Mediengruppe gehören die Magazine "blu", "hinnerk", "GAB", "rik", "Leo", "Spartacus Traveler" und "mate" sowie das Internetportal "männer*". Darüber veranstaltet die Gruppe schwule Kreuzfahrten und betreibt eine Event-Agentur.
Seine Kandidatur begründete Alp allerdings nicht mit queeren Themen. "Schwerpunkt meiner Arbeit in den letzten sechs Monaten war die Erstellung eines digitalpolitischen Programms", teilte der Verleger auf LinkedIn mit. Dienste wie X, Facebook, Instagram oder TikTok bezeichnete er als "Bedrohung unserer Medienvielfalt". Google müsse "dringend zerschlagen" und der Meta-Konzern "entflechtet" werden.
Für die BSW-Chefin ist das SBGG "gefährlicher Irrsinn"
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) fiel in den vergangenen Monaten immer wieder mit queerfeindlichen Äußerungen auf. So bezeichnete die Gründerin, die schon in ihrem Buch "Die Selbstgerechten" über "skurrile Minderheiten" herzog, das Selbstbestimmungsgesetz als "gefährlichen Irrsinn" (queer.de berichtete). In Neubrandenburg verschafften BSW-Abgeordnete dem rechten Antrag, die Regenbogenfahne am Bahnhof zu verbieten, eine Mehrheit (queer.de berichtete). Die Koalitionsverträge mit BSW-Beteiligung in Brandenburg und Thüringen fielen aus queerer Sicht sehr enttäuschend aus (queer.de berichtete).
"Ganz ehrlich, eine Partei die queere Menschen wie mich ablehnt und unser Recht auf geschlechtliche Selbstbestimmung ablehnt, ist keine Alternative", kommentierte Jenny Wilken von der Deutschen Gesellschaft für Trans*- und Inter*geschlechtlichkeit (dgti) die Kandidatur Alps. Der Berliner Aktivist Sebastian Ahlefeld rief auf Facebook sogar zu einem Boykott auf: "Man kann nur jedem queeren Club, Geschäft und Café abraten, die blu auszulegen und jeder Anzeigenkunde sollte sein Geld nicht weiter dort hintragen."
Es gibt viele Gründe das BSW nicht zu wählen. Einer mehr ist dieser: Der Mann hinter der blu Mediengruppe mit all ihren...
Posted by Sebastian Ahlefeld on Saturday, December 14, 2024
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Es ist allerdings nicht das erste Mal, dass Olaf Alp der queeren Community in den Rücken fällt. So kommentierte der schwule Verleger 2018 einen Beitrag zum Thema lesbische Sichtbarkeit mit den Worten: "Die sind schon so hässlich, warum wollen sie dann noch sichtbar sein?"
Ein Jahr später verteidigte Alp den queerfeindlichen Karnevalswitz der damaligen CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer: "Man wird ja wohl noch mal satirisch sein dürfen. Wollen wir in einer noch spassfreieren Welt der ständigen politischen Korrektness leben? Wo ist die Freiheit der Rede?" Zuletzt forderte er als "LGBTQ-Sprecher" des BSW Berlin die "Auflösung" der Stelle des Berliner Queerbeauftragten Alfonso Pantisano.
Einzug in den Bundestag sehr unwahrscheinlich
Dass Olaf Alp auf Listenplatz 10 in den Deutschen Bundestag einzieht, ist allerdings äußerst unwahrscheinlich. Bislang ist Berlin mit insgesamt 25 Abgeordneten im Parlament vertreten. Nach dem aktuellen BerlinTrend von infratest dimap liegt das BSW in der Hauptstadt bei einem Stimmenanteil von 7 Prozent. (mize)















