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Liebe über den Wolken

"Star Trek": Garak und Bashir sind endlich ein Liebespaar

Was der umtriebige Schneider Garak und der brillante Doktor Bashir in sieben Staffeln "Deep Space Nine" nicht hingekriegt haben, wird nun doch noch Wirklichkeit.


Elim Garak (Andrew Robinson) und Julian Bashir (Alexander Siddig): "You and I belong together, like cold iced tea and warmer weather" (Bild: Paramount+)

Doktor Julian Bashir (Alexander Siddig) und Elim Garak (Andrew Robinson) haben in "Deep Space Nine" seit der ersten Staffel miteinander geflirtet. Etwas Tieferes als Freundschaft ist daraus aber bis zur Absetzung der "Star Trek"-Serie im Jahr 1999 nicht geworden – außer freilich in den Köpfen und Kurzgeschichten vieler Fans der Science-Fiction-Franchise.

Ein Vierteljahrhundert später gibt es das Paar "Garashir" doch noch im offiziellen "Star Trek": In der seit Donnerstag auf Paramount+ erhältlichen vorletzten Folge von "Lower Decks" tauschen Garak und Bashir tatsächlich Küsse aus – nun ja, zumindest bestimmte Versionen der beiden Figuren.


"Garashir" in voller Pracht (Bild: Paramount+)

In der Episode mit dem Titel "Die Spalt-Mission" trifft das Publikum aus einer zusammengewürfelten Crew bekannter Figuren aus älteren Serien. Dabei leihen die Originalschauspieler*innen die Stimmen in der englischen Originalfassung. Diese Figuren stammen aus verschiedenen Multiversen und wollen ein galaxieendendes Ereignis verhindern. Zur Crew gehören etwa T'Pol (Jolene Blacklock) aus "Enterprise", Harry Kim (Garrett Wang) aus "Voyager", Lily Sloane (Alfre Woodard) aus dem Spielfilm "Der erste Kontakt" und schließlich "Garashir" aus "Deep Space Nine".

Der Clou: Die Figuren stammen nicht aus unserem Universum, sondern von mehreren Paralleluniversen, in die man in "Star Trek" recht unbekümmert hin- und herreist und auf Doppelgänger*innen stößt. Zudem ist Bashir in dieser Folge kein Mensch, sondern ein Notfallhologramm, also eine künstliche Intelligenz, die in der "Star Trek"-Welt als weitgehend gleichwertig mit anderen Lebensformen dargestellt wird.

Das Universum wurde zuletzt queerer

Zur Zeit von "Deep Space Nine" in den Neunzigerjahren hatte "Star Trek" – anders als heute – noch Probleme mit der Darstellung gleichgeschlechtlicher Beziehungen. Inzwischen hat sich das mit der Real-Serie "Discovery" geändert (queer.de berichtete). Auch in "Lower Decks" gibt es mit Beckett Mariner Freeman (Tawny Newsome) eine queere Hauptfigur – in der Serie wurde mehrfach ihre Bisexualität erwähnt.

Bereits mit der Original-Serie fing Fan-Fiction über die sexuelle Orientierung der "Star Trek"-Figuren an. Dies begann mit Fantasien über eine Beziehung zwischen dem Originalserien-Kapitän James Kirk (William Shatner) und seinem Ersten Offizier Spock (Leonard Nimoy). Aus Angst um die Popularität der Serie dementierte "Star Trek"-Erfinder Gene Roddenberry (1921-1991) die Homosexualität mehrfach erbittert – so beschrieb er derartige Fan-Fiction Mitte der Achtziger als "Ärgernis" und verbot den Vertrieb eines "Star Trek"-Romans, in dem Kirk als nicht vollständig heterosexuell dargestellt wurde.

Gleichwohl galt Roddenberry als vergleichsweise fortschrittlich in seiner Darstellung unterschiedlicher Menschen. Freilich musste er sich auch den gegenwärtigen Moralvorstellungen unterordnen: Als "Star Trek" 1966 zum ersten Mal lief, hatten noch 49 von 50 US-Bundesstaaten Homosexualität unter Strafe gestellt – als die Serie "Enterprise" 2001 anlief, war Homosexualität noch immer in 14 Staaten illegal. Als dann "Discovery" 2017 anlief, waren alle diese Gesetze abgeschafft und gleichgeschlechtliche Paare durften USA-weit heiraten. (dk)

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