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Bundestagswahl 2025
Wagenknecht wird Kanzlerkandidatin des BSW
Die queerfeindliche BSW-Gründerin Sahra Wagenknecht will sich nun auch um das Kanzleramt bewerben.

Nach Olaf Scholz, Friedrich Merz, Robert Habeck und Alice Weidel will nun auch Sahra Wagenknecht ins Kanzleramt einziehen (Bild: IMAGO / Metodi Popow)
- 17. Dezember 2024, 09:20h 3 Min.
Sahra Wagenknecht tritt bei der Bundestagswahl als Kanzlerkandidatin ihrer Partei an. Das teilte BSW-Generalsekretär Christian Leye der Deutschen Presse-Agentur mit. Chancen auf die Führung der nächsten Bundesregierung sieht das Bündnis Sahra Wagenknecht aber selbst nicht.
"Die aktuelle Kanzlerkandidaten-Inflation bringt auch das BSW in Zugzwang", erklärte Generalsekretär Leye. "Im Parteivorstand ist allen klar, dass wir keine realen Aussichten auf eine Kanzlerschaft haben – wir machen uns weder was vor, noch sind wir größenwahnsinnig. Wir haben uns jedoch zu diesem Schritt entschlossen, damit sich unsere Konkurrenten keinen ungerechtfertigten Vorteil verschaffen."
BSW in Umfragen nur einstellig
Gemeint ist wohl unter anderem, dass in bestimmte Fernsehrunden nur Kanzlerkandidat*innen eingeladen werden könnten. Neben Union, SPD und Grünen hat auch die AfD eine solche Position besetzt – mit der lesbischen Politikerin Alice Weidel. Damit gehen die beiden Parteien, die von Politikwissenschaftler*innen als populistisch oder extremistisch eingestuft werden, mit Frauen ins Rennen.
Die im Januar gegründete Partei Bündnis Sahra Wagenknecht lag zuletzt in bundesweiten Umfragen bei vier bis acht Prozent Zustimmung. Als das BSW vor einigen Wochen noch mit bis zu neun Prozent gemessen wurde, sagte Wagenknecht der "Rheinischen Post": "Da stellt man normalerweise keinen Kanzlerkandidaten auf."
Spott über Habeck
Auch spottete die BSW-Vorsitzende, als die Grünen im November, als die Grünen Wirtschaftsminister Robert Habeck zum Spitzen- und Kanzlerkandidaten bestimmten. Das halte sie für eine "kühne Entscheidung" und nicht seriös, sagte Wagenknecht in der ARD-Sendung "Maischberger". Und weiter: "Also eigentlich war es mal so, dass die Parteien Kanzlerkandidaten aufgestellt haben, bei denen man irgendwie davon ausging, dass sie auch den Kanzler stellen." Die Grünen lagen in jüngsten Umfragen bei 13 bis 14 Prozent.
Leye meinte dazu: "Zur Wahrheit gehört auch, dass die Aussichten von Grünen oder AfD auf die Kanzlerschaft nicht größer sind als unsere." Habecks Kandidatur stehe für "eine Selbstüberschätzung, die nicht mal die Tierschutzpartei mit der Aufstellung eines Kanzlerkandidaten toppen könnte." Dem BSW gehe es darum, "den Menschen eine politische Alternative zum bisherigen Kandidatenquartett zu eröffnen".
Queerfeindlichkeit ist BSW-Markenkern
Wagenknecht hatte bereits während ihrer Zeit bei der Linkspartei wiederholt queere Rechte infrage gestellt (queer.de berichtete). In ihrem Buch "Die Selbstgerechten" erklärte sie 2021, dass die politische Aufmerksamkeit auf "immer skurrilere Minderheiten" gelenkt werde, "die ihre Identität jeweils in irgendeiner Marotte finden, durch die sie sich von der Mehrheitsgesellschaft unterscheiden und aus der sie den Anspruch ableiten, ein Opfer zu sein." Als Beispiel für solche "Marotten" nennt sie sexuelle Orientierung, Hautfarbe und Ethnie (queer.de berichtete).
Beim Thema Selbstbestimmung von trans Menschen vertritt das BSW die selbe Position wie die AfD. Wagenknecht kritisierte etwa, dass das Selbstbestimmungsgesetz auf Forderungen von "radikalen Minderheiten" beruhe (queer.de berichtete). (dpa/dk)














