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"Bunte"-Interview

So sehr vermisst Klaus Wowereit seinen Jörn

In einem bewegenden Interview spricht Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit über sein Leben nach dem Tod seines Partners Jörn Kubicki vor viereinhalb Jahren.


Der schwule SPD-Politiker Klaus Wowereit war von 2001 bis 2013 Regierender Bürgermeister von Berlin (Bild: IMAGO / Future Image)

  • 25. Dezember 2024, 14:16h 2 Min.

Im April 2020 starb Jörn Kubicki, der Lebenspartner von Berlins ehemaligem Regierenden Bürgermeister Klaus Wowereit, nach einer Coronainfektion an Herzversagen (queer.de berichtete). In einem Interview mit dem Magazin "Bunte" äußert sich der 71-jährige SPD-Politiker erstmals ausführlich über sein Leben nach dem Schicksalsschlag.

"Jörn und ich waren 27 Jahre zusammen. Er fehlt", wird Wowereit in der neuen Ausgabe zitiert, die seit Heiligabend im Handel erhältlich ist. "Er wird auch nicht, beziehungsweise, kann nicht ersetzt werden. Insofern ist das ein ganz anderes Leben. Alleine, ohne Partner."

Das sei ein Schicksal, das Millionen andere Menschen früher oder später auch hätten, so der frühere Regierungschef. "In diese Situation kommen fast alle irgendwann mal, der eine früher, der andere später. Und damit muss man dann zurechtkommen." Damit tröste er sich auch immer ein bisschen.

Erinnerungen an Kubicki an Wowereits 70. Geburtstag

Bei der Feier zum 70. Geburtstag des SPD-Politikers in vergangenen Jahr habe jeder Gast Jörn Kubicki mit in seine Rede eingebaut, verriet Moderatorin Kim Fisher, die mit Wowereit den Podcast "Kim & Klaus" auf dem Radiosender rbb88.8 betreibt, dem Magazin.

"Es war toll zu erfahren, dass Jörn als eigenständige Person wahrgenommen wurde", kommentierte dies Wowereit. "Bei Partnern, die nicht so in der Öffentlichkeit stehen wie ihr Gegenüber, ist das ja leider oftmals nicht der Fall. Jörn ist bis heute bei unseren Freunden in Erinnerungen und präsent. Das war damals auch Balsam und Trost."

Ein neuen Partner möchte Wowereit "nicht ausschließen"

Einen neuen Mann gebe es bislang nicht in seinem Leben, verriet der 71-Jährige im "Bunte"-Interview. "Ich bin nicht auf der Suche. Aber wenn es passieren sollte, ist es so. Aber es ist nicht passiert, deshalb ist es für mich noch rein abstrakt. Ich möchte es nicht ausschließen, momentan ist es aber nicht meine Realität", so der Ex-Regierende, der seinen Ruhestand vor allem auf dem Golfplatz genießt.

Klaus Wowereit machte seine Homosexualität bei einem SPD-Sonderparteitag am 10. Juni 2001 öffentlich, als er Regierender Bürgermeister werden wollte – sein Satz "Ich bin schwul – und das ist auch gut so" wurde berühmt. (cw)