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Jahresrückblick, Teil IX

In Memoriam 2024

Auch dieses Jahr mussten wir uns von vielen lieb gewonnenen Menschen verabschieden. Wir erinnern an 20 Persönlichkeiten, die einen beträchtlichen Einfluss auf die LGBTI-Community gehabt haben.


Fritz Wepper, Nex Benedict und Shawn Barber gehören zu jenen Personen, die uns dieses Jahr verlassen haben (Bild: Archiv, Archiv, Facebook / Shawn Barber)

  • 30. Dezember 2024, 08:17h 5 Min.

Diese 20 queeren Persönlichkeiten, queere Ikonen und "Straight Allies" sind 2024 von uns gegangen (in alphabetischer Reihenfolge):

Kesaria Abramidse (1987-2024)

Das georgische Parlament beschloss im September ein drakonisches Gesetz gegen "LGBT-Propaganda". Nur einen Tag später wurde das Model Kesaria Abramidse ermordet, die zu den wenigen bekannten trans Personen im Land gehörte. Die ehemalige georgische Vertreterin beim Schönheitswettbewerb Miss Trans Star International wurde nur 37 Jahre alt.

Iris Apfel (1921-2024)

Große runde Brille, bunte Ketten und Armreifen, kurze weiße Haare – so wurde Iris Apfel weltberühmt. Ihr Konterfei gibt es sogar als Emoji fürs Handy. Die amerikanische Fashion-Ikone ist am 1. März im Alter von 102 Jahren gestorben.

Robert Badinter (1928-2024)

Robert Badinter schaffte als französischer Justizminister 1982 ein Gesetz aus der Zeit des Vichy-Regimes ab, wonach ein höheres Schutzalter für gleichgeschlechtlichen Sex (21 Jahre bzw. seit 1974 18 Jahre) bestand als für heterosexuellen (15 Jahre). Der deutsche Paragraf 175, der ebenfalls gleichgeschlechtlichen Sex teilweise kriminalisierte, wurde erst zwölf Jahre später gestrichen. Nebenbei war er auch für die Abschaffung der Todesstrafe im Land verantwortlich. Badinter starb im Februar im Alter von 95 Jahren.

Shawn Barber (1994-2024)


(Bild: Facebook / Shawn Barber)

Shawnacy "Shawn" Barber wurde 2015 Weltmeister im Stabhochsprung, zwei Jahre später outete er sich als schwul. Im Januar starb der Kanadier an "medizinischen Komplikationen".

Nex Benedict (2008-2024)


(Bild: Facebook)

Dieser Vorfall erschütterte das queere Amerika im Februar: Nex Benedict, 16 Jahre und nichtbinär, starb einen Tag nach einer "körperlichen Auseinandersetzung" an der Highschool der Stadt Owasso im US-Bundesstaat Okalhoma. Danach wurde bekannt, dass Nex gemobbt worden war, es kam zu Protesten von queeren Aktivist*innen. Am Ende gab es aber keine Anklagen gegen Beschuldigte – und die Polizei stufte den Tod als Suizid ein.

Jens Dobler (1965-2024)


(Bild: privat)

Der Historiker, Autor und Herausgeber Dr. Jens Dobler stand im Zentrum der queeren Geschichtsforschung in Deutschland. Die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft listet mehr als 50 Publikationen von Dobler auf, die sich meist mit Themen über Homosexualität im Deutschland der letzten zwei Jahrhunderte beschäftigen. Er starb im September nach einer schweren Krankheit.

Cecilia Gentili (1972-2024)

Die trans LGBTI-Aktivistin Cecilia Gentili engagierte sich in New York City besonders für die HIV-Aufklärung, für Sexarbeiter*innen und trans Menschen. International bekannt wurde sie durch ihre Rolle als Ms. Orlando in der Fernsehserie "Pose" (2018-2021). Cecilia starb im Februar kurz nach ihrem 52. Geburtstag.

Nikolas Häckel (1974-2024)


(Bild: privat)

Der Tod des offen schwulen Ex-Bürgermeisters von Sylt schockierte im Herbst viele Menschen: Nikolas Häckel (parteilos) starb offenbar an den Folgen eines Sexunfalls. Kurz zuvor war er von der Bevölkerung abgewählt worden.

Jürgen Hartmann (1932-2024)


(Bild: IMAGO / Future Image)

Der bisexuelle Modeschöpfer Jürgen Hartmann stand jahrelang im Zentrum der Hamburger Gesellschaft. Vor allem mit seinen Modeschauen in den besten Hotels der Stadt sorgte er für Aufsehen. Zu seinen Promi-Kundinnen gehörten Heidi Kabel, Hildegard Knef oder Marlene Dietrich. Hartmann starb im Februar im Alter von 92 Jahren.

Hans Hammerschmid (1930-2024)
Ohne Komponist Hans Hammerschmid gäbe es Kultklassiker wie Hildegard Knefs "Von nun an ging's bergab" oder "Für mich soll's rote Rosen regnen" nicht. Der für allem für seine Komposition des Titelsongs der "Schwarzwaldklinik" bekannte Österreicher starb Ende November nahe München.

Paul Morrissey (1938-2024)


Der US-Filmregisseur Paul Morrissey wurde vor allem durch die Zusammenarbeit mit Andy Warhol bekannt, beide drehten queere Klassiker. Morrissey starb Ende Oktober in New York City.

Christopher Ciccone (1960-2024)


"Er war mir so lange der nächste Mensch", schrieb Madonna im Oktober zu zahlreichen gemeinsamen Fotos mit ihrem schwulen Bruder Christopher Ciccone, der im Alter von 63 Jahren an Krebs gestorben war. Christopher stand der Sängerin jahrelang als persönlicher Assistent, Tänzer, Dekorateur und Tour-Manager zur Seite. Später arbeitete er als Schuh-Designer und Innenarchitekt.

Ian Gelder (1949-2024)


(Bild: HBO)

Der schwule Filmstar Ian Gelder wird vielen vor allem durch seine Rolle des Kevan Lannister in der HBO-Serie "Game of Thrones" bekannt vorkommen, die er von 2011 bis 2016 spielte. Ein queeres Publikum wird sich auch an seine Auftritte als David in einer Folge von "Absolutely Fabulous" (1995) oder als Dekker in der Serie "Torchwood: Children of Earth" erinnern (2009). Gelder ist im Mai im Alter von 74 Jahren an einer Krebserkrankung gestorben.

Mike Heslin (1988-2024)

US-Schauspieler Mike Heslin ist im Juli völlig überraschend nach einer Herzerkrankung verstorben. Erst ein halbes Jahr zuvor hatte er seinen Partner geheiratet.

David Mixner (1946-2024)

David Mixner war einer der bekanntesten LGBTI-Aktivisten der USA. 1992 wurde er als erster schwuler Mann Berater eines Präsidentschaftskandidaten, nämlich von Bill Clinton – später überwarf er sich mit dem Präsidenten, weil dieser nicht genug für queere Rechte tat. Bis zuletzt kämpfte er für Gleichberechtigung. Mixner starb im März im Alter von 77 Jahren.

Aribert Reimann (1936-2024)

Der Komponist Aribert Reimann ist im März im Alter von 88 Jahren in Berlin gestorben. Er machte seine Homosexualität nie direkt zum Thema, doch sein Interesse galt stets gesellschaftlichen Außenseiter*innen.

René Pollesch (1962-2024)
Der offen schwule Dramatiker René Pollesch schrieb über 200 Stücke. Der Intendant der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz starb völlig überraschend Ende Februar in Berlin, er wurde 61 Jahre alt.

Caterina Valente (1931-2024)

Sie war eine der ganz großen Schlagerstars: Caterina Valente, einst als "Europas Antwort auf Doris Day, Barbra Streisand und Liza Minnelli" gepriesen, starb im September im Alter von 93 Jahrem im schweizerischen Lugano.

Henri Vogel (1983-2024)


(Bild: AlefCine Pictures)

Trans Aktivist Henri Vogel starb am 1. März in Folge eines tragischen Unfalls, wie die Humboldt-Universität in Berlin mitteilte.

Fritz Wepper (1941-2024)

"Cabaret" mit Liza Minelli gilt als queerer Kultfilm – und Fritz Wepper war mittendrin mit seiner Rolle als Gigolo Fritz Wendel. Vielen wird er wohl eher geläufig sein durch seine Rollen in den Fernsehserien "Derrick" oder "Um Himmels Willen". Wepper starb im März.

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