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Katholische Kirche
Hardliner Andreas Laun gestorben
Er warb für "Homo-Heilung" und sah in Schwulen nur böse Kinderschänder. Jetzt ist der langjährige frühere Weihbischof von Salzburg gestorben.

Weihbischof Andreas Laun 2016 bei einer queerfeindlichen Demonstration in Stuttgart (Bild: nb)
- 2. Januar 2025, 14:22h 2 Min.
Der frühere katholische Weihbischof Andreas Laun ist tot. Er starb nach Angaben des Erzbistums Salzburg am Silvesterabend um 20:15 Uhr in der Seniorenresidenz Schloss Kahlsperg. "Andreas Laun hat in der Erzdiözese Salzburg über 22 Jahre hinweg als Weihbischof mit Hingabe seinen Dienst getan", erklärte Erzbischof Franz Lackner, der Chef der Österreichischen Bischofskonferenz. "Nun wollen wir ihn als Diözese nach einem erfüllten Leben auf seinem letzten Weg begleiten, für ihn beten und ihn der Gnade und Liebe jenes menschenfreundlichen Gottes anvertrauen, in dessen Namen Weihbischof Andreas unter den Menschen wirkte."
Laun war von 1995 bis zu seiner altersbedingten Versetzung in den Ruhestand 2017 Weihbischof von Salzburg – und machte in dieser Position wie kaum ein anderer Geistlicher Stimmung gegen queere Menschen. So sprach er sich auch regelmäßig in politischen Debatten gegen Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben aus. Wiederholt warb er für Homo-"Heilung" oder behauptete, dass es "keine Diskriminierung homosexueller Paare" gebe.
Homosexuelle mit Kinderschändern und Nazis gleichgesetzt
Gleichzeitig beschuldigte er Schwule, wegen ihrer sexuellen Orientierung eher Kinder zu missbrauchen als Heterosexuelle. Sogar Nazi-Vergleiche führte Laun an: Die Segnung homosexueller Paare in der Kirche lehnte er etwa nach seinem Rückzug aus dem Kirchenamt 2018 mit dem Argument ab, man könne ja auch kein KZ segnen.
Politisch engagierte sich Laun für die rechtsextreme FPÖ. So sprach er 2016 eine Wahlempfehlung für den FPÖ-Präsidentschaftskandidaten Norbert Hofer aus – gewöhnlich hält sich die Kirche in Österreich, anders als etwa in Polen, mit derartigen Wahlempfehlungen eigentlich zurück.
Während der Corona-Pandemie verbreitete Laun zudem Verschwörungstheorien. So warf er der Politik vor, die Gefährlichkeit von Covid zu übertreiben, um die Bevölkerung "besser manipulieren und kontrollieren zu können". Diese Äußerungen führten zu erheblichen Widerspruch, selbst innerhalb der katholischen Kirche wurden sie offen als Verschwörungstheorien kritisiert. (cw)













