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Frankreich

Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen gestorben

Jahrzehnte vor der Gründung der AfD verbreitete Jean-Marie Le Pen bereits Hass auf queere Menschen oder andere Minderheiten – seine rechtsextreme Partei ist heute stärker als je zuvor. Jetzt ist Le Pen mit 96 Jahren gestorben.


Jean-Marie Le Pen bei einem öffentlichen Auftritt im Jahr 2018 (Bild: IMAGO / ABACAPRESS)

  • 7. Januar 2025, 12:46h 2 Min.

Der französische Politiker Jean-Marie Le Pen ist am Dienstag im Alter von 96 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. Vor wenigen Wochen war er erst in ein Pflegeheim gebracht worden.

Der ehemalige Fallschirmjäger gründete 1972 die rechtsextreme Partei Front National, die er bis 2011 anführte. Inzwischen hat seine Tochter Marine Le Pen das Ruder übernommen – und der Partei einen Facelift verpasst. Sie schmiss auch 2015 ihren Vater aus der Partei und benannte sie in Rassemblement National um, um für Gemäßigte wählbarer zu werden. Von Politikwissenschaftler*innen wird die Partei auch nach der Namensänderung jedoch nach wie vor als zumindest in großen Teilen rechtsextrem eingestuft.

Verurteilung wegen Aufrufs zum Hass auf Homosexuelle

Jean-Marie Le Pen hat aus seiner Abneigung gegenüber queeren Menschen nie ein Geheimnis gemacht. Er wurde etwa noch 2018 wegen Anstiftung zum Hass auf Homosexuelle zu einer Geldstrafe verurteilt (queer.de berichtete). Er hatte zuvor in seinem Blog eine Verbindung zwischen Homosexualität und dem sexuellen Missbrauch von Kindern hergestellt.

Le Pen war bereits mehrfach wegen anderer Hassdelikte verurteilt worden, etwa wegen Holocaustleugnung. Ende der Neunzigerjahre sorgte er zudem für Schlagzeilen, weil er im Wahlkampf eine sozialistische Kandidat körperlich attackierte. Zudem wurde vor 20 Jahren bekannt, dass Le Pen als Leutnant der französischen Armee Kriegsverbrechen im Algerien-Krieg (1954-1962) verübt haben soll – wegen einer Amnestie konnte er dafür aber nicht mehr belangt werden.

Unter Le Pen haben französische Rechtsextreme über Jahre an Gewicht gewonnen. Er schaffte es 2002 erstmals in eine Stichwahl um die Präsidentschaft – damals war das ein Schock für das demokratische Frankreich, obwohl er in der Stichwahl nur auf 18 Prozent kam. Inzwischen ist das Rassemblement National stärker geworden: Marine Le Pen konnte 2017 und 2021 die Stichwahl gegen Emmanuel Macron erreichen – und ihren Stimmenanteil von 34 Prozent auf 41 Prozent steigern. (dk)

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