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Facebook-Konzern
Meta-Angestellte entsetzt über neue Homophobie des Konzerns
Der Richtungswechsel beim Meta-Konzern hat offenbar viele der mehr als 70.000 Angestellten aufschreckt. Intern gibt es offenbar kaum jemanden, der etwas damit anfangen kann.

Bei Facebook soll künftig nach dem Willen von Gründer Mark Zuckerberg der Ton gegenüber queere Menschen rauer werden (Bild: Tony Webster / wikipedia)
- 10. Januar 2025, 11:32h 2 Min.
Die kürzlich vorgestellten neuen Hassrede-Regeln von Meta, die etwa die Bezeichnung von Homosexuellen als Geisteskranke ausdrücklich erlauben, haben bei den eigenen Mitarbeiter*innen für Entsetzen gesorgt. Wie das Technologieportal "404 Media" berichtete, gebe es auf der internen Meta-Plattform "Workplace" derzeit einhellige Kritik am Vorgehen des Unternehmens, das unter anderem die Plattformen Facebook, Instagram und Threads betreibt.
"Ich bin LGBT und geisteskrank", schrieb etwa ein queerer Mitarbeiter. "Ich wollte euch das nur mitteilen, denn ich melde mich krank, um meinen Geisteszustand auszukurieren." Ein anderer erklärte: "Ich kann nicht verstehen, warum es gut für bestimmte marginalisierte Gruppen sein soll, wenn sie künftig übel beschimpft werden dürfen." Diese Gruppen würden sich dann eben nicht mehr auf der Plattform zu Hause fühlen.
Meta-Führung verteidigt "neue Möglichkeiten von Gesprächen"
Ein Mitglied des Meta-"Policy Teams" verteidigte auf dem Portal die Veränderungen. So hätten sich die "Grundwerte" der Firma nicht verändert, vielmehr seien die bisherigen Regeln zu "einschränkend" gewesen. "Die Veränderungen eröffnen neue Möglichkeiten von Gesprächen über diese Themen und sie erlauben Gegenrede für Themen, die den Nutzern wichtig sind", so die Argumentation.
Diese Erklärungen würden aber von den meisten Mitarbeitenden nicht akzeptiert. Mehrere Meta-Angestellte hätten gegenüber "404 Media" bestätigt, dass wegen der Änderungen intern "totales Chaos" herrsche. "Vielen ist es peinlich und sie schämen sich dafür, dass dies selbstverschuldet ist, anders als Fehler der Firma in der Vergangenheit." Ein queerer Mitarbeiter erklärte: "Die Moral bei uns ist absolut beschissen, das dürfte niemanden überraschen." Viele würden sich bereits nach einem neuen Arbeitgeber umsehen.
Die Veränderung der Hassrede-Richtlinie ist bislang nur auf die USA beschränkt (queer.de berichtete). In der Europäischen Union ist Meta dagegen an das 2022 in Kraft getretene Gesetz über digitale Dienste halten, das Online-Plattformen zum Vorgehen gegen Hassrede und Falschinformationen verpflichtet. Dies wurde von Zuckerberg als "institutionalisierte Zensur" kritisiert.
Beim Meta-Konzern arbeiten derzeit weltweit 67.000 Menschen. In Deutschland sollen in Hamburg und Berlin 400 Mitarbeiter*innen angestellt sein. (dk)













