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USA
Homo-Hasserin Anita Bryant gestorben
Anita Bryant startete in den Siebzigerjahren ihren Kreuzzug gegen Homosexuelle – mit dem Argument, dass der christliche Gott gegen queerfreundliche Länder vorgehen würde. Jetzt ist die Amerikanerin gestorben.

Anita Bryant in einem Foto aus dem Jahr 1979 (Bild: IMAGO / Everett Collection)
- 10. Januar 2025, 14:46h 3 Min.
Die queerfeindliche Aktivistin Anita Bryant ist tot. Aus einem von ihrer Familie veröffentlichten Nachruf geht hervor, dass Bryant bereits am 16. Dezember 2024 in ihrem Haus in Edmond (US-Bundesstaat Oklahoma) gestorben sei. Sie wurde 84 Jahre alt.
Bryant gehörte zu den bekanntesten Aktivistinnen gegen Homosexuelle in den USA. Ihre öffentliche Karriere startete sie zunächst 1958 als Miss Oklahoma. Danach wurde sie eine beliebte Sängerin, die sogar im Weißen Haus sowie auf den Parteitagen sowohl der Republikaner als auch der Demokraten auftrat.
Selbst Ronald Reagan war Bryant zu radikal
In den Siebzigerjahren wurde die als Baptistin aufgewachsene Bryant dann immer gläubiger – und erkor Homosexuelle zu ihren Hauptfeinden aus. So startete sie 1977 eine erfolgreiche Kampagne gegen einen Nichtdiskriminierungsrichtlinie im Bezirk Miami-Dade in Florida, die Schwule und Lesben schützen sollte. Die schon beschlossene Richtlinie wurde dann zurückgenommen – und erst 1998 wiedereingeführt. Diese Kampagne machte sie zur Heldin der evangelikalen Rechten. Danach engagierte sich etwa in Kalifornien 1978 für die sogenannte Briggs-Initiative, wonach nur Heterosexuelle als Lehrkräfte arbeiten dürfen. Diese Initiative machte sogar Schlagzeilen in der Bundespolitik – der damalige Präsident Jimmy Carter enagierte sich ebenso wie der nicht gerade als queerfreundlich bekannte Republikaner Ronald Reagan gegen die Initiative, die dann vom Wahlvolk mit 58 zu 42 Prozent abgelehnt wurde.
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In Reden und Interviews betonte Bryant stets, dass sie zwar Homosexuelle nicht hasse. Gleichzeitig beschuldigte sie diese aber pauschal, wegen ihrer sexuellen Orientierung großes Interesse am sexuellen Missbrauch von Kindern zu haben. Sie bot auch Workshops zur "Heilung" von Homosexualität an. Mit pathetischen Worten begründete sie ihr Engagement damit, dass sie das amerikanische Volk vor "Sodom und Gomorrha" retten wolle. "Wenn es um Homosexualität geht, sollten unsere Gesetze den Worten Gottes entsprechen", forderte Bryant. Gott würde Schwule und Lesben schließlich als "Abscheulichkeit" ansehen.
Scheidung läutete Bryant-Dämmerung in evangelikaler Szene an
In den Achtzigerjahren verlor Bryant viele ihrer frommen Fans, weil sie sich 1980 von ihrem ersten Mann scheiden ließ und später erneut heiratete. Von ihrer Queerfeindlichkeit hat sich Bryant bis zu ihrem Tod nicht distanziert. Noch 2011 sagte sie in einem Interview mit der Zeitung "The Oklahoman", dass sie nichts bereue. Weil sie auch als Sängerin nicht mehr gefragt war, musste sie sogar mehrfach Insolvenz anmelden.
2021 verriet Bryants Enkelin Sarah Green in einem Podcast, dass sie lesbisch sei und ihre Freundin heiraten wolle. Gegenüber ihrer Großmutter habe sie sich an ihrem 21. Geburtstag geoutet. Anita Bryant habe nicht gut auf das Coming-out reagiert: Green solle sich Gott zuwenden, dann befreie dieser sie vom dieser teuflischen sexuellen Orientierung, habe die Großmutter gesagt. Greens Vater erklärte, dass seine Mutter auch die Verlobung ihrer Enkelin nicht positiv aufgenommen habe: "Statt Sarah so zu nehmen, wie sie ist, hat meine Mutter sich dafür entschieden, für Sarah zu beten, damit sie endlich zu jener Person wird, die laut meiner Mutter von Gott gewollt wird." (dk)














