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US-Parlament beschließt Trans-Verbot im Schulsport

Im Kongress machen sich die Republikaner daran, queere Rechte abzubauen. Allerdings dürfen die Demokraten im Senat noch ein Wörtchen mitreden.


Kaum geht die neue Legislaturperiode los, beginnen die Republikaner ihre Jagd auf trans Menschen (Bild: Ben Schumin / flickr)

  • 15. Januar 2025, 12:53h 2 Min.

Das amerikanische Repräsentantenhaus hat mit der knappen republikanischen Mehrheit am Dienstag ein Gesetz verabschiedet, das es trans Menschen an Schulen und Universitäten verbieten würde, an Sportwettkämpfen gegen Frauen und Mädchen teilzunehmen. Eine Verabschiedung durch den Senat gilt allerdings als unwahrscheinlich.

Das Gesetz definiert Geschlecht als "ausschließlich auf der Reproduktionsbiologie und den Genen einer Person bei der Geburt basierend". Es würde trans Personen außerdem verbieten, Teil eines Frauen-Sportteams an einer staatlich finanzierten Schule oder Universität zu werden.

Im Repräsentantenhaus stimmten 218 Abgeordnete für den Gesetzesentwurf, darunter auch zwei Mitglieder der Demokraten, 206 Abgeordnete votierten dagegen. Um im Senat verabschiedet zu werden, braucht es eine Supermehrheit von 60 von 100 Stimmen. Die Republikaner müssten daher acht Unterstützer*innen aus der demokratischen Fraktion finden, was als unwahrscheinlich gilt.

Für die Republikaner, die bereits seit Jahren mit dem Thema der trans Menschen im Frauensport Wahlkampf betreiben, war die Verabschiedung ein symbolträchtiger Sieg. "Die Republikaner im Repräsentantenhaus haben sich wieder einmal für Frauen eingesetzt", erklärte der extrem konservative Sprecher des Repräsentantenhauses, der Republikaner Mike Johnson.

Demokraten kritisieren republikanische "Besessenheit mit den Genitalien von Kindern"

Die Demokraten kritisierten dagegen das Vorgehen der Republikaner als Kreuzzug gegen trans Menschen. Der demokratische Abgeordnete Jim McGovern erklärte, die Konservativen hätten eine "gruselige Besessenheit mit den Genitalien von Kindern". Die Abgeordnete Suzanne Bonamici ergänzte, dass trans Menschen auch zahlenmäßig keine Gefahr für andere Athlet*innen darstellten. So würden derzeit 510.000 Studierende im Verband NCAA Sport betreiben, darunter gerade einmal zehn trans Menschen.

Wie problematisch transfeindliche Eingriffe in den Schul- oder Unisport sind, zeigte Texas bereits vor mehreren Jahren: Der Bundesstaat zwang den trans Highschool-Ringer Mack Beggs, gegen Mädchen und Frauen zu kämpfen – er wurde daraufhin "Meisterin" (queer.de berichtete). Daher wird befürchtet, dass die Republikaner trans Menschen jetzt pauschal verbieten wollen, Sport an Bildungseinrichtungen oder gar in Vereinen zu betreiben.

Mit dem Amtsantritt von Donald Trump am 20. Januar werden weitere Einschränkungen für trans Menschen erwartet: So will der Präsident offenbar rasch ein Verbot für trans Menschen einführen, in den amerikanischen Streitkräften zu dienen (queer.de berichtete). Das könnte vielen den Job kosten: Die Zahl der trans Menschen im US-Militär wird auf 15.000 geschätzt. (cw/AFP)

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