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"Voyager": Vor 30 Jahren stach die erste "Star Trek"-Kapitänin ins All

Genau 30 Jahre ist es her, dass sich die Crew der Voyager 70.000 Lichtjahre von der Heimat entfernt wiederfand. Auf ihrem Weg zurück schrieb sie "Star Trek"-Geschichte – und bereitete eine queere Revolution im Weltall vor.


Kapitänin Kathryn Janeway (Kate Mulgrew) sorgte sieben Jahre lang für Action und so manche moralische Grauzone (Bild: Paramount TV)
  • 16. Januar 2025, 18:39h 4 Min.

Wir schreiben den 16. Januar 1995 – oder wahlweise die "Star Trek"-Sternenzeit 48315,7. "Das nächste Jahrhundert" nebst Jean-Luc Picard (Patrick Stewart, 84) war – zumindest als Serie – rund ein Jahr zuvor in Föderationsrente gegangen, da legte Paramount nach: Neben dem 1993 gestarteten "Deep Space Nine" wurde eine weitere Serie an den Start gebracht und drang wahrlich in Galaxien vor, die nie zuvor ein "Star Trek"-Fan gesehen hat.

Im Fall von "Star Trek: Voyager" war das in mehrfacher Hinsicht der Fall. So fand sich die Crew der Voyager durch einen kosmischen Unfall nicht nur 70.000 Lichtjahre – und scheinbar ohne Aussicht auf eine Rückkehr – von der Erde entfernt wieder. Auf ihrem langen Irrflug durchs All lernte sie zudem noch nie gesehene Alien-Rassen kennen. Und auch als Serie selbst beschritt "Star Trek: Voyager" vor genau 30 Jahren zahlreiche neue Wege – angefangen beim Captain.

Die Föderation ist für alle da

Erfrischend divers war der Cast der "Star Trek"-Serien im Vergleich zu anderen beliebten Produktionen ihrer Zeit seit jeher. Angefangen mit Lieutenant Uhura (Nichelle Nichols, 1932-2022) und Mister Sulu (George Takei, 87) in der Originalserie rund um Captain Kirk (William Shatner, 93). Während "Deep Space Nine" mit Avery Brooks' (76) Figur Benjamin Sisko den ersten schwarzen Captain zur Hauptfigur machte, übernahm bei "Voyager" erstmals eine Frau das Kommando. Captain Kathryn Janeway, gespielt von der als "Mrs. Columbo" bekannten TV-Veteranin Kate Mulgrew (69), führte ein strenges, aber faires und zunehmend liebenswertes Regiment. Nach anfänglicher Skepsis in der Fangemeinde, unter die sich wie leider so häufig manch misogyne Stimme mischte, reifte Janeway zu einem der Fanlieblinge des Franchises.

Das spiegelte sich ganz grundsätzlich in der Laufzeit der Serie wider. Auf sieben Staffeln mit 172 Episoden schaffte es "Voyager", ehe 2001 die finale Folge ausgestrahlt wurde. Damit landete sie hauchdünn auf Platz drei der langlebigsten "Star Trek"-Serien – "Deep Space Nine" hat vier und "Das nächste Jahrhundert" sechs Folgen mehr vorzuweisen.


Die Crew der Voyager in den Staffeln vier bis sieben (Bild: Paramount TV)

Auch auf anderen Positionen auf der Brücke ließ sich "Voyager" etwas Neues einfallen. Mit Tim Russ (68) stand als Tuvok der erste schwarze Vulkanier auf der Brücke, das zuweilen wenig zimperliche Volk der Klingonen wurde derweil von B'Elanna Torres, dargestellt von Schauspielerin Roxann Dawson (66), vertreten. Statt Android Data (Brent Spiner, 75) als zweiter Offizier unter Picard gab es auf der Voyager ebenfalls ein künstliches Wesen – den schnippischen Hologramm-Doktor, gespielt von Robert Picardo (71).

Auch schaffte es die Serie, in ihrer vierten Staffel eine gänzlich neue Hauptfigur einzuführen, die sich prompt zum Fan-Favoriten entwickeln sollte: Seven of Nine (Jeri Ryan, 56), ein ehemaliges Opfer der Borg – jene kybernetische Lebensform, die über ein kollektives Bewusstsein verfügt, andere Rassen gewaltsam "assimiliert" und dabei gerne "Widerstand ist zwecklos" sagt.

Queere Figuren fehlten noch

Nur eines fehlte in dieser diversen Welt: queere Figuren. Hier traute man sich bei "Voyager" – wie in den Neunzigern bei fast allen auf amerikanischen Mainstream-Kanälen ausgestrahlten Serien – höchstens Andeutungen zu zeigen. Ein Beispiel ist die Folge "Der Kriegsherr" aus der dritten Staffel, in der ein böser Diktatur den Körper eines weibliches Besatzungsmitglieds übernimmt – und der Geschlechterwechsel dessen Ehefrau vor Herausforderungen stellt. Die Fantasie der Fans ging allerdings weiter.

Direktlink | Auch wenn es nichts Offensichtliches gab – Fans können in 172 Folgen viele lesbische Augenblicke zwischen Janeway und Seven finden
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"Voyager" legte damit die Grundlage für ein neues, noch vielfältigeres "Star Trek", das wir 2017 zu Gesicht bekamen: Die neue Serie "Star Trek: Discovery" zelebrierte queere Figuren und Handlungsstränge geradezu – erstmals gab es etwa unter den Hauptfiguren in der Besatzung ein schwules Paar sowie eine nichtbinäre und eine trans Figur.

Immerhin erlebte die von Jerri Ryan gespielte Figur Seven of Nine eine späte Verqueerung: Seven durfte sich als Teil der neuen Serie "Star Trek: Picard" 2020 erstmals vor unseren Augen in eine Frau verlieben (queer.de berichtete).

"Voyager" setzte technisch neue Maßstäbe

Auch technisch setzten die Macher*innen von "Voyager", Rick Berman, Michael Piller und Jeri Taylor, auf manch anderes Pferd. So war "Star Trek: Voyager" der erste Eintrag in der Reihe, der anstelle von Modellen vornehmlich auf computergenerierte Raumschiffe setzte. Für das CGI-Intro gab es seinerzeit sogar einen Emmy.

Wer sich zum Jubiläum noch- oder erstmals durch alle Folgen bingen will, hat zwei Möglichkeiten: Sowohl im Abo von Paramount+ als auch auf Netflix sind alle sieben Staffeln verfügbar. (spot/cw)

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