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Berlin
McDonald's zahlt trans Mitarbeiterin 16.500 Euro
Die Berliner trans Frau Kylie Divon hat die Fastfood-Kette McDonald's verklagt, weil ihr eine Kollegin den Zugang zur Frauenumkleide verwehrt haben soll. Vor dem Arbeitsgericht kommt es zum Vergleich.

Die Klägerin arbeitet seit mehreren Jahren in der McDonald's- Filiale am Berliner Hauptbahnhof (Bild: IMAGO / Depositphotos)
- 17. Januar 2025, 06:30h 2 Min.
Im Diskriminierungsprozess einer trans Frau gegen die Fastfood-Kette McDonald's haben sich beide Seiten am Donnerstag vor dem Berliner Arbeitsgericht auf einen Vergleich geeinigt. Die nach wie vor angestellte Betroffene scheidet demnach Ende April aus dem Konzern aus, bis dahin ist sie freigestellt. Der Konzern zahlt ihr dafür eine zu versteuernde Abfindung von 16.500 Euro. Um eine Entschädigungszahlung handelt es sich indes nicht. Das hatte die Klägerin, die als Kylie Divon auch künstlerisch tätig ist, ursprünglich gefordert. Ein vorheriger Gütetermin war ohne Einigung verlaufen (queer.de berichtete).
Die Frau arbeitete seit 2019 bei McDonalds. Im Dezember 2023 verwehrte ihr eine muslimische Arbeitskollegin den Zugang zur Damenumkleide und soll sie dabei diskriminierend beleidigt haben. Daraufhin wendete sich die Betroffene an ihre Vorgesetzten, bekam ihren Schilderungen zufolge aber dort keine Unterstützung.
McDonald's wollte Geld an queere Organisationen spenden
Eine Konzernvertreterin gab vor Gericht an, gemeinsam mit allen Beteiligten nach Lösungen gesucht zu haben – auch, was den konkreten Zugang zur Damenumkleide anbelange. Zudem habe McDonald's finanzielle Unterstützungsangebote etwa für die künstlerische Tätigkeit der Klägerin gemacht. Auch habe das Unternehmen angeboten, Geld zum Beispiel an queere Organisationen zu spenden.
Nach Darstellung der Frau handelte es sich dabei aber vor allem um Versuche der PR-Abteilung des Konzerns, etwa über ein gemeinsam produziertes Video das eigene Image wiederherzustellen. Mit der Vereinbarung sind sämtliche weiteren rechtlichen Ansprüche in dem Fall erloschen.
Kylie Divon: "Ich bin froh, dass es vorbei ist"
Auf Instagram berichtete Divon, dass sie froh sei, dass alles vorüber sei. "Mein Kampf gegen McDonald's endet hier, alles begann am 01.12.2023, als ich 27 Jahre alt war, und es hat mich seither so viel Energie gekostet", schrieb die trans Frau in englischer Sprache in einem Post. "Dies bis 2025 fortzusetzen, war schon viel. Psychisch und finanziell wurde es von Tag zu Tag schlimmer. Ich bin froh, dass es vorbei ist und ich jetzt Zeit habe, mich auf die Zukunft zu konzentrieren." (mize/dpa)














