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Wolfratshausen
Hakenkreuze auf Läden mit schwulen Inhabern gesprüht
Mit Hakenkreuzen und der Aufschrift "Fuck lsbtq" wollen Unbekannte in der oberbayerischen Provinz schwule Ladenbesitzer einschüchtern.

Die Polizei ermittelt derzeit, wer für die Schmierereien verantwortlich ist (Bild: Facebook / BERNHOFER Chocoladenmanufaktur)
- 17. Januar 2025, 09:51h 2 Min.
Zwei Ladenlokale in der oberbayerischen Kleinstadt Wolfratshausen sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag mit Hakenkreuzen und der Aufschrift "Fuck lsbtq" versehen worden. Dabei handelt es sich um die "Berhofer Chocoladenmanufaktur" und das nur wenige Meter entfernte Lokal "Bernhofer Brasserie und Café" am Obermarkt. Anlass für die Tat war laut "Merkur" offenbar, dass es sich bei den Besitzern Georg und Chris Bernhofer um ein gleichgeschlechtliches Ehepaar handelt.
Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichten die Besitzer Bilder des Anschlags. Viele Kund*innen solidarisierten sich daraufhin mit dem Paar. Eine Frau schrieb etwa, sie sei fassungslos. "Es gibt manchmal wirklich Idioten, die nicht einmal eine Ahnung haben, was sie da hinmalen- ich hoffe die Polizei erwischt die. Lasst Euch nicht entmutigen, Ihr Zwei, Ihr seid einfach super." Das Lokal ist gegenwärtig geschlossen, allerdings nicht wegen der Schmierereien, sondern wegen Betriebsferien.
Posted by BERNHOFER Chocoladenmanufaktur on Thursday, January 16, 2025
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Der Wolfratshauser Polizei-Vizechef Alexander Möckl bestätigte gegenüber dem "Merkur", dass in dem Fall ermittelt werde. "Wir haben den Hinweis von Passanten bekommen", so Möckl. Für ihn hat diese Schmiererei eine neue Qualität: "Es gibt leider immer wieder dumme Schmierereien. Aber wenn sich dieser Fall ganz konkret gegen einzelne Personen richtet, wäre das neu bei uns." Es handle sich dabei um einen Einzelfall, so Möckl weiter. Allerdings befürchtet er, dass es wegen der Bundestagswahl zu einer Zunahme von politisch motivierten Taten kommen könne.
Steffen Frühauf, der Leiter des Fachkommissariats Staatsschutz bei der Kriminalpolizei Weilheim, betonte, dass es sich bei dem Vorfall nicht um einen "Spaß" oder "Blödsinn" handle. "Wir nehmen diese Fälle sehr ernst und ermitteln gründlich", so Frühauf. Er hoffe dabei auf Hinweise aus der Bevölkerung. (cw)














