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Wien (queer.de) - Die Homosexuelle Inititative (HOSI Wien) hat für den morgigen Mittwoch zu einer Demonstration gegen die homophobe Politik des Iran aufgerufen. Anlass ist der Jahrestag der Hinrichtung vom 16-jährigen Mahmoud Asgari und dem 18-jährigen Ayaz Marhoni wegen homosexueller Handlungen. "Zum Jahrestag dieser Barbarei werden in zahlreichen Städten überall auf der Welt Gedenkveranstaltungen abgehalten", erklärt Bettina Nemeth, Vorsitzende der HOSI Wien. "Auch wir haben aus diesem Anlass eine Demonstration in Wien angemeldet, um gegen die homophobe, tödliche Politik des Iran im Besonderen und gegen die strafrechtliche Verfolgung einvernehmlicher Handlungen unter Erwachsenen und die Todesstrafe im Allgemeinen zu protestieren." Menschenrechtsorganisationen zufolge sind seit der Machtübernahme der Ayatollahs 1979 rund 4.000 Schwule und Lesben wegen ihrer Homosexualität im Iran hingerichtet worden. (pm)

Treffpunkt: 19.7. um 18 Uhr vor dem Büro der Fluglinie "Iran Air", Ecke Kärntner Straße/Opernring, Wien I

-w-

#1 holga-waldaAnonym
#2 antosAnonym
  • 27.07.2006, 20:59h
  • Warum wurde denn vor Iran Air demonstriert und nicht vor der IR-Botschaft?

    Naja. Erfreulich ist es auf alle Fälle zu lesen, wie die islamische Diktatur das Internet beäugt - sie schlottert vor Angst (andrerseits natürlich auch wieder nicht so erfreulich, denn: je ängstlicher, desto gewalttätiger!):

    "Parlaments-Forschungszentrum warnt vor Umstürzlern und Agenten im Internet

    Das Forschungszentrum im islamischen Parlament legte den Abgeordneten unter dem Titel: „Missbrauch durch Internetbotschaften“ ein Paper vor, in dem es das Internet als eine Gefahr für die nationale Sicherheit und allgemeine und individuelle Moral darstellt. Nach Meinung der Verfasser handelt es bei manchen Internetbetreibern um gefährliche Staatsfeinde, denen das Handwerk gelegt werden müsse. Deren Ziel sei es, durch „Agententätigkeit, öffentliche Aufruhr und Unterstützung terroristischer Aktivitäten den Sturz des islamischen Staates herbeizuführen.“

    In dem Paper werden die einzelnen Vorwürfe ausführlich begründet. Die Agententätigkeit erfolge durch „verschlüsselte Internetbotschaften“. Diese Botschaften würden durch Bilder, Musik und Texte übermittelt, oft auch durch kurze E-Mails. Nicht selten würden für diesen Zweck pornographische Bilder verwendet. Verschlüsselte E-Mails, Musik Texte oder auch harmlose Fotos würden benutzt, um Umsturzaktivitäten zu koordinieren. Es sei sehr schwer, die geheimen Botschaften und Codeworte zu entschlüsseln, schreiben die Autoren. Um öffentlichen Aufruhr zu stiften, würden Internetbetreiber falsche Nachrichten lancieren. Oft werde versucht, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf Themen zu lenken, die den Interessen des Staates zuwiderlaufen und die Sicherheits- und Ordnungskräfte dazu zwingen, sich mit solchen Themen zu beschäftigen. Bestimmte politische Witze könnten in der Bevölkerung Unruhe stiften.

    Auch der Terrorismus mache sich das Internet zunutze, vor allem die Volksmodjahedin, Al Qaida und Israel verwenden das Internet, um dem islamischen Staat Schaden zuzufügen. Es sei interessant, dass Al Qaida für jede neue Botschaft eine neue E-Mail-Adresse´verwende.

    Das Internet zerstöre die Moral und verbreite das Verderben. Dies könne politische Folgen haben und die nationale Sicherheit in Gefahr bringen. Pornographie, Geschäfte mit Sex und Sex-Tourismus gehören zu diesem Bereich.

    Die Furcht, die die Parlamentarier in ihrem Paper äußern, ist nicht ganz unbegründet. Die Zahl der Internet-Nutzer ist in den letzten Jahren enorm angestiegen. Gegenwärtig gehen nach Schätzungen von Experten etwa sechs bis acht Millionen Menschen täglich ins Internet. Das ist immerhin ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Je größer die Zahl der Internetnutzer, desto hinfälliger wird die staatliche Zensur.

    Dem iranischen Volk können wichtige wichtige Informationen nicht mehr vorenthalten werden. Ausländische Fernseh- und Rundfunksender, die in persischer Sprache senden und eben auch das Internet schaffen Interessierten Zugang zu allen Informationen, die in eigenen Medien zensiert werden. Zwar versucht das Regime durch Drohungen, Inhaftierung und Bestrafung der Internetbetreiber, Journalisten und Weblogger, auch durch rigorose Filterungen von Internetzeitungen und Homepages der drohenden Entwicklung Einhalt zu gebieten.

    Aber gegen diese Entwicklung ist kein Kraut gewachsen. Das Forschungszentrum des Parlaments legt zum „Kampf gegen Internet-Feinde“ einige Vorschläge vor. Das Parlament solle neue Gesetze zu einer effektiveren Kontrolle des Internets verabschieden und damit ein hartes Vorgehen gegen die virtuellen Feinde ermöglichen. Die Androhung von Strafen und ihre Anwendung werde viele Sünder abschrecken, meinen die Autoren. Konkret schlagen die Verfasser des Papers vor, eine Internet-Polizei zu bilden. Diese müsse gut ausgebildet sein und über geeignete Geräte, Soft- und Hardware verfügen, um die Sünder rasch herausfinden und verfolgen zu können. Die Polizei müsste nach Ansicht der Autoren über ein Labor verfügen, in dem Texte, Bilder und Töne genau analysiert und die Botschaften genau entschlüsselt werden können."

    [Bahman Nirumand, Iran-Report 08/2006, via
    www.boell.de)

    Eine besonders geheime Botschaft kann man hier decodieren:

    www.youtube.com/watch?v=855c_Jbbf_Y&search=ahmadinejad
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#3 antosAnonym