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Sachbuch
Männlichkeit ist kein zufälliges Konstrukt
In seinem neuen Buch "Kontrollver*lust" beleuchtet Sebastian Schädler die Frage, wie Männlichkeit entsteht und welche kulturellen, historischen und sexuellen Faktoren dabei eine Rolle spielen.

Autor Sebastian Schädler ist Diplom-Politologe, Experte für das Grimmsche Märchen "Schneewittchen" und Professor für Medien- und Sexualpädagogik (Bild: Bertz + Fischer Verlag)
- 20. Januar 2025, 07:36h 2 Min.
Männlichkeit ist ein Thema, das vielschichtiger kaum sein könnte. Männer werden nicht einfach als solche geboren – Männlichkeit wird konstruiert, geprägt und geformt. Das Buch "Kontrollver*lust" widmet sich genau diesen Prozessen und beleuchtet die Frage, wie Männlichkeit entsteht und welche kulturellen, historischen und sexuellen Faktoren dabei eine Rolle spielen. Es geht um die Strukturen, die Männlichkeit in ihren vielfältigen Ausprägungen hervorbringen, und darum, wie sich Macht und Gender darin verschränken.
Sebastian Schädler zeigt anhand von Beispielen, dass Männlichkeit kein zufälliges Konstrukt ist, das beliebig geformt oder ausgetauscht werden kann. Vielmehr ist sie Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse – und damit veränderbar. In den Gender-Theorien wird Männlichkeit oft primär im Kontext von Diskriminierung analysiert: der Diskriminierung von Frauen. Sex wird in diesem Zusammenhang häufig entweder als Schauplatz von Gewalt oder als Leistungsbeweis verstanden. "Kontrollverlust" schlägt jedoch eine andere Perspektive vor. Hier wird Sex als zentrales Feld betrachtet, auf dem sich Männlichkeit formt und manifestiert.
Kontrolle statt Loslassen

"Kontrollver*lust" ist in der Sexual-Politics-Reihe des Bertz + Fischer Verlags erschienen
Eine prägende Rolle spielt dabei die Kontrolle: Männer lernen, diese im sexuellen Kontext auszuüben, während der Wunsch nach Loslassen und Hingabe oft im Verborgenen bleibt. Doch genau hier, so die These, liegt ein Schlüssel für Veränderung. Sex wird als Raum begriffen, in dem Männlichkeit sich nicht nur in ihrem gewohnten, dominanten Modus ausdrückt, sondern auch anders gedacht und gelebt werden kann. Die Spannung zwischen Kontrolle und Kontrollverlust eröffnet Möglichkeiten zur Emannzipation – hin zu neuen Formen des Begehrens und der Selbstwahrnehmung.
"Kontrollver*lust" ist Teil der Sexual-Politics-Reihe (Amazon-Affiliate-Link ) des Bertz + Fischer Verlags. Auf 224 Seiten wird mit historischen, kulturellen und theoretischen Ansätzen untersucht, wie vielfältig Männlichkeit sein kann. Dabei ergänzen 30 Abbildungen den Text und verdeutlichen die aufgeworfenen Thesen.
Verfasst wurde "Kontrollver*lust" von Sebastian Schädler. Geboren 1964 in Bochum, lebt und arbeitet er seit 1986 in Berlin. Er ist nicht nur Diplom-Politologe und Experte für das Grimmsche Märchen "Schneewittchen", sondern auch Professor für Medien- und Sexualpädagogik. Mit seiner Forschung verbindet er gesellschaftskritische Analysen mit einer praxisnahen Perspektive, die Veränderungen im Denken und Handeln ermöglicht. (dd/pm)
Sebastian Schädler: Kontrollver*lust. Sexual Politics 11. Sachbuch. 224 Seiten mit 30 Abbildungen. Bertz + Fischer GbR. Berlin 2024. Taschenbuch: 12 € (ISBN 978-3-86505-778-5).
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