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Fußball-Bundesliga
Neuer Kiel-Spieler versichert: "Trage keine homophoben Gedanken in mir"
Eine Neuverpflichtung bringt den abstiegsbedrohten Bundesligisten Holstein Kiel in Verlegenheit. Der amerikanische Nationalspieler John Tolkin fiel in der Vergangenheit durch Verschwörungstheorien und Queerfeindlichkeit auf.

John Tolkin spielte zuletzt dreieinhalb Jahre beim MLS-Verein Red New York Red Bulls (Bild: IMAGO / Imagn Images)
- 20. Januar 2025, 13:15h 3 Min.
Am Donnerstag gab der Bundesligist Holstein Kiel die Verpflichtung des 22-jährigen US-Abwehrspieler John Tolkin bekannt, am Freitag musste der Verein seinen Spieler in einer Erklärung gegen öffentliche Kritik verteidigen. Zuvor waren fragwürdige Social-Media-Aktivitäten des angeblich für drei Millionen Euro von den New York Red Bulls nach Schleswig-Holstein gewechselten Spielers bekannt geworden.
/ Holstein_KielKSV-Stellungnahme zu Kritik an John Tolkin
Holstein Kiel (@Holstein_Kiel) January 17, 2025
Aktuell gibt es viele kontroverse Diskussionen bezüglich einiger Social-Media-Aktivitäten unseres Spielers John Tolkin. Hierzu nehmen wir wie folgt Stellung https://t.co/c2fpiX3uc6
_#KielAhoi pic.twitter.com/1qsAl8CAuB
Gleich nach der Verpflichtung hatten einige Fans darauf hingewiesen, dass Tolkin immer wieder Verschwörungstheorien gelikt hatte – etwa, dass die Erde eine Scheibe sei oder die Schwerkraft nicht existiere. Er zeigte sich auch angetan über Verschwörungstheorien zu Themen wie der Covid-Pandemie oder dem Putschversuch vom 6. Januar 2021. Zudem likte er queerfeindliche Einträge, etwa in denen trans Menschen lächerlich gemacht werden ("Der nationaler Transgender Tag sollte der 1. April sein").
Likes "waren nicht die beste Idee"
Für diese Äußerungen hatte Tolkin sich bereits im Sommer während der Olympischen Spiele in Paris entschuldigt, bei denen er mit der US-Nationalmannschaft teilgenommen hatte. Damals sagte er dem Sender CBS, dass er sich "bei jedem, den ich beleidigt habe", entschuldigen wolle. "Diese Twitter-Einträge zu liken, war wohl nicht die beste Idee", so Tolkin weiter.
/ schnappi_e#KSV-Fans aufgepasst! Passend zum Zeitgeist verpflichtet #Holstein #Kiel mit John #Tolkin von den New York Red Bulls aus der MLS offenbar keinen Linksverteidiger, sondern einen fremdenfeindlichen, homophoben Flacherdler und Impfgegner. https://t.co/IqghaM60Ar https://t.co/Nqfqx3UYv7 pic.twitter.com/oGauId8sTr
Intensely Radical (@schnappi_e) January 15, 2025
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In der Erklärung von Holstein Kiel äußerte der aus New Jersey stammende Spieler in sehr ausgefeilten Worten sein Bedauern über sein früheres Verhalten in sozialen Medien und erklärte, er habe niemanden verletzen wollen. "Ich beurteile Menschen immer danach, wie sie mich und andere behandeln", auch in seinem Freundeskreis treffe er "auf unterschiedlichste Menschen" und habe mit ihnen "stets eine enge und vertrauensvolle Beziehung", so Tolkin. "Darum möchte ich klarstellen, dass ich weder homophobe noch in irgendeiner Form diskriminierende Gedanken in mir trage. Das lässt sich mit meinen persönlichen Werten, die mir von Kindheit an vermittelt wurden, nicht vereinbaren."
/ NiklasHeiden | Nicht alle Holstein-Fans sind glücklich mit der Personalie TolkinProtest-Banner der aktiven Fanszene von #HolsteinKiel gegen die in der Vergangenheit von Neuzugang John #Tolkin bei "X" gelikten Posts. Diese wiesen verschwörungstheorie und homophobe Inhalte auf. #KSV #Bundesliga pic.twitter.com/L3KRafHwpG
Niklas Heiden (@NiklasHeiden) January 18, 2025
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Ihn schmerze es, dass seine Social-Media-Aktivitäten nun ein Thema seien. Er wolle sich schließlich auf Fußball konzentrieren.
Tolkin habe "glaubwürdig dargelegt, dass er mit diesen Likes niemanden verletzen oder beleidigen wollte"
Der Verein Holstein Kiel gab zudem bekannt, dass man mit Tolkin über die Social-Media-Aktivitäten gesprochen habe. Dabei habe der Spieler "in den Gesprächen glaubwürdig dargelegt, dass er mit diesen Likes niemanden verletzen oder beleidigen wollte". Weiter heißt es: "John steht hinter der Vereinsphilosophie und das beinhaltet ausdrücklich auch noch einmal das Bekenntnis zu Vielfalt, Toleranz und gegen jede Form von Diskriminierung und Rassismus."
Auf X (vormals Twitter) stieß die Erklärung von Holstein Kiel und dem neuen Spieler auch auf Kritik. Ein Nutzer beklagte etwa: "Das klingt eher nach 'sorry, dass ich erwischt wurde' und nicht nach 'sorry, ich liege falsch'." Ein anderer schrieb: "So nichtssagend, da hättet ihr auch einfach schweigen können." Und schließlich wollte ein Fußball-Fan noch wissen: "Ist die Erde jetzt rund oder nicht?"
In der Bundesliga gab es zuletzt mehrfach queerfeindliche Äußerungen von Spielern. Mit ihnen gehen die Vereine recht unterschiedlich um. Borussia Dortmund verpflichtete etwa vor eineinhalb Jahren den Mittelfeldspieler Felix Nmecha, obwohl dieser unter Berufung auf seine Religion immer wieder mit queerfeindlichen Postings für Aufregung gesorgt hat (queer.de berichtete). Im Gegensatz dazu trennt sich der VfL Wolfsburg vom Stürmer Kevin Behrens, nachdem dieser sich homosexuellenfeindlich geäußert hatte. (dk)















