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Oberbayern
Homophobe Hass-Schmierereien: Polizei nimmt 21-Jährigen fest
Ein 21-Jähriger soll verantwortlich sein für eine Welle von rechtsextremen und homophoben Schmierereien. Die Polizei erwischte ihn auf frischer Tat.

Die Inhaber des Ladenlokals veröffentlichten auf Social Media Fotos der Schmierereien – und erfahren viel Solidarität (Bild: Facebook / BERNHOFER Chocoladenmanufaktur)
- 24. Januar 2025, 12:53h 2 Min.
Fassungslosigkeit vor einer Woche in der oberbayerischen Kleinstadt Wolfratshausen: Auf zwei Läden mit schwulen Inhabern waren Hakenkreuze oder Aufschriften wie "Fuck lsbtq" gesprüht worden (queer.de berichtete). Das Polizeipräsidium Oberbayern Süd hatte bereits seit Dezember vermehrt rechtsgerichtete Taten in der Region registriert.
Nun melden die Beamt*innen einen Fahndungserfolg: So sei am Mittwochmorgen ein 21-jähriger deutscher Staatsangehöriger wegen Verdachts auf Sachbeschädigung vorläufig festgenommen worden. Der Verdächtige sei nach dem Hinweis eines Zeugen um 2:40 Uhr im Eurasburg-Beuerberg ausfindig gemacht worden. Der Zeuge hatte den Verdächtigen gerade dabei beobachtet, wie er Wahlplakate beschmierte.
Der 21-Jährige soll für mehrere derartige Schmierereien oder ähnliche Hass-Taten in der Region verantwortlich sein, etwa auch die Beschädigung einer Regenbogenfahne. Gegen den "dringend Tatverdächtigen" werde nun wegen des Verdachts der Volksverhetzung, des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie Sachbeschädigung ermittelt. Er sei nach Abschluss der "notwendigen Maßnahmen" wieder auf freien Fuß gesetzt worden.
Posted by BERNHOFER Chocoladenmanufaktur on Thursday, January 23, 2025
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Laut einem Bericht der OVB-Heimatzeitungen habe der Mann ein Auto, auf dessen Kennzeichen auch die Ziffern 88 prangen. Diese Zahlenkombination ist ein getarnter Code für "Heil Hitler".
Soli-Demo gegen Rechts
Die Tat an dem Ladenlokal "Berhofer Chocoladenmanufaktur" und das nur wenige Meter entfernte Lokal "Bernhofer Brasserie und Café" am Obermarkt hatte zu einer Solidarisierungswelle geführt. Am Wochenende demonstrierten 150 Menschen vor den Lokalen und positionierten sich gegen Rechts.
Bürgermeister Klaus Heilinglechner verurteilte auf der Homepage der Stadt die Tat aufs Schärfste und bebilderte den Artikel mit einer Regenbogenfahne." Es macht nicht nur traurig sondern auch fassungslos, solche verabscheuungswürdigen Schmierereien an Fassaden von völlig unbescholtenen Geschäften und sozialen Organisationen", so Heilinglechner. "Haben wir aus der Geschichte nicht gelernt oder sind solche Schmierer der Meinung, früher war alles besser?" Er bedankte sich für die Solidaritätsbekundungen und versprach: "Wolfratshausen ist bunt und soll es auch bleiben!" (dk)















