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Nach Trump-Dekret
USA stellen keine geschlechtsneutralen Reisepässe mehr aus
Zehntausende Reisepässe mit der geschlechtsneutralen Angabe "X" wurden seit 2021 in den USA ausgestellt. Nach einem Dekret des neuen US-Präsidenten Donald Trump ist diese Option ab sofort verboten.

Der erste US-Reisepass mit der geschlechtsneutralen Angabe "X" war im Oktober 2021 während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Joe Biden ausgestellt worden (Bild: IMAGO / Depositphotos)
- 26. Januar 2025, 06:38h 2 Min.
In den USA werden aufgrund eines Dekrets des neuen Präsidenten Donald Trump keine geschlechtsneutralen Reisepässe mehr ausgegeben. Das Außenministerium werde keine US-Pässe mehr mit der Option "X" bei der Angabe des Geschlechts ausgeben, sagte ein Ministeriumssprecher am Freitag (Ortszeit).
Trump hatte am Montag die Bundesbehörden per Dekret angewiesen, nur noch das männliche und das weibliche Geschlecht anzuerkennen (queer.de berichtete). Auch auf Reisepässen sollen künftig nur noch diese beiden Optionen zulässig sein. Die Bearbeitung aller Passanträge von Menschen, die sich keinem der beiden Geschlechter zuordnen, wurde nach Angaben des Außenministeriums ausgesetzt. Vorgaben zum Umgang mit bereits ausgestellten Pässen mit der Geschlechtsangabe "X" sollen in Kürze veröffentlicht werden.
Der erste US-Reisepass mit der geschlechtsneutralen Angabe "X" war im Oktober 2021 während der Präsidentschaft von Trumps Vorgänger Joe Biden ausgestellt worden (queer.de berichtete). Das US-Außenministerium hat keine Zahlen dazu veröffentlicht, wie oft seitdem ein solcher Pass beantragt oder ausgestellt wurde. In einer Studie der juristischen Fakultät der Universität von Kalifornien in Los Angeles war jedoch von mehr als 16.000 Antragsteller*innen pro Jahr die Rede.
Alle Angestellten in Diversitätsprogrammen entlassen
Trump war im Wahlkampf gegen einen vermeintlichen "Transgender-Wahn" zu Felde gezogen und hatte angekündigt, diesem gleich am ersten Tag im Amt ein Ende zu setzen. Direkt nach seinem Amtsantritt beendete er die Programme der Bundesbehörden zur Förderung von Diversität (queer.de berichtete). Am Freitag ordnete seine Regierung an, die Angestellten in den Diversitätsprogrammen zu entlassen. Alle Büros und Stellen für Diversität und Inklusion sollen binnen 60 Tagen geschlossen werden, heißt es in einem Memorandum der Personalbehörde.
Bereits am Mittwoch hatte die Regierung die "DEI"-Beauftragten bei US-Bundesbehörden in bezahlten Urlaub geschickt, bevor ihre Stellen abgeschafft werden sollen (queer.de berichtete). "DEI" steht für "Diversity, Equity and Inclusion", zu Deutsch: Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion.
DEI-Maßnahmen sollen dafür sorgen, dass etwa Menschen verschiedener Herkunft, verschiedenen Geschlechts, verschiedener sexueller Orientierung oder mit Behinderungen gleiche Chancen am Arbeitsplatz bekommen. Aus Trumps Republikanischer Partei kommt schon seit Jahren heftige Kritik an solchen Initiativen.
Menschenrechtsorganisationen wollen klagen
Trumps Vorgehen dürfte rechtlich angefochten werden. In vielen US-Bundesstaaten können Führerscheine mit einer geschlechtsneutralen "X"-Option ausgestellt werden. In mehreren Ländern, darunter Australien, Kanada und Deutschland, gibt es diese Möglichkeit ebenfalls für Reisepässe. (cw/AFP/dpa)














