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Anthologie

Ein Blick ins Schlafzimmer der anderen

Im Konkursbuch Verlag ist eine neue Ausgabe des multisexuellen Jahrbuchs "Mein heimliches Auge" erschienen.


Seit der Nummer 3, die 1988 auf dem Höhepunkt der PorNo-Debatte herauskam, erscheint "Mein heimliches Auge" jährlich (Bild: Konkursbuch Verlag, Rob Jurka)
  • 26. Januar 2025, 09:06h 3 Min.

Das erotische Jahrbuch "Mein heimliches Auge" erscheint in seiner 39. Ausgabe und setzt seine Tradition fort, die Vielfalt menschlicher Beziehungen, Sexualitäten und Empfindungen zu erkunden. Wie gestalten sich Liebe, Begehren und Intimität im Jahr 2024? Seit über vier Jahrzehnten widmet sich die Anthologie einer schubladenübergreifenden und unbeschränkten Darstellung von Erotik – unabhängig von Geschlecht, Körper oder den Spielarten der Sexualität. Dabei steht stets die selbstbestimmte Perspektive im Fokus, eingefangen in deutlichen, zarten, subtilen oder surrealen Bildern.

Gesamte Bandbreite sexueller Identitäten


"Mein heimliches Auge 39" ist im Konkursbuch Verlag erschienen

Was gilt als erotisch und schön – in der Fantasie, der Realität, in der Natur oder der digitalen Welt? Welche Wünsche und Träume treiben uns an? Wie prägen gesellschaftliche Normen, Werbung, Filme oder Social Media diese Vorstellungen, und welche Möglichkeiten gibt es, sich davon zu lösen? Muss und will man sich überhaupt davon befreien? Diese Fragen bilden die Grundlage der Jahrbücher, die mit offener Neugier beantwortet werden – manchmal überraschend, berührend oder sogar schockierend.

Die aktuelle Ausgabe "Mein heimliches Auge 39" (Amazon-Affiliate-Link ) umfasst wie gewohnt rund 350 Seiten voller Erzählungen, Erfahrungsberichte, Gedichte, Essays, Interviews, Fotografien und Zeichnungen. Die Beiträge repräsentieren die ganze Bandbreite sexueller Identitäten: hetero, lesbisch, schwul, bi, trans und mehr. Seit 1982 erscheint "Mein heimliches Auge" im Konkursbuch Verlag Claudia Gehrke in Tübingen. Ursprünglich initiiert von Claudia Gehrke und dem Frankfurter Schriftsteller Uve Schmidt, sollte die Anthologie von Beginn an einen Raum schaffen, in dem weibliche Perspektiven, künstlerische Vielfalt und selbstbestimmte Erotik zusammenfinden.

Erste Ausgabe löste Welle der Empörung aus


(Bild: Loïc Dubigeon, Sammlung Jocelyne & Alexanndre Dupouy)

Uve Schmidt brachte mit seinem bisexuellen Blick "heimliche Schubladen" der Kunst- und Literaturszene ans Licht, während Claudia Gehrke gemeinsam mit Kolleginnen einen Schwerpunkt auf den weiblichen und lesbischen Blick setzte. Das Layout prägte zunächst der Maler Günter H. Seidel, dessen grafische Handschrift bis heute bestimmend ist. Nach seinem Tod übernahmen Gehrke und ihr Team die gestalterische Arbeit. Bis zu seinem Tod im Mai 2021 schrieb Uve Schmidt die ironisch-feinsinnigen Vorworte, die die Jahrbücher bereicherten.

Seit der dritten Ausgabe von 1988, veröffentlicht auf dem Höhepunkt der PorNo-Debatte, erscheint "Mein heimliches Auge" jährlich und setzt sich konsequent mit queeren, schwulen, lesbischen und trans Themen auseinander – lange bevor Begriffe wie "queer" eine breite Verwendung fanden. Trotz vieler positiver Reaktionen stieß die Anthologie auch auf Widerstand und löste mit ihrer ersten Ausgabe eine Welle der Empörung aus. Diskussionen und juristische Auseinandersetzungen begleiteten das Projekt, doch zwei Indizierungsverfahren bestätigten seinen Status als Kunst. (dd/pm)

Infos zum Buch

Claudia Gehrke (Hrsg.): Mein heimliches Auge. Das Jahrbuch der Erotik 2024/2025. Band 39. 384 Seiten. Konkursbuch Verlag. Tübingen 2024. Taschenbuch: 18,00 € (ISBN 978-3-88769-539-2)

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