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Neuausrichtung
SWR übernimmt Federführung bei Eurovision Song Contest
Nach rund drei Jahrzehnten gibt der Norddeutsche Rundfunk 2026 den ESC ab – nun soll der Südwestrundfunk für "Allemagne douze points!" sorgen.

Kandidat*innen beim Vorentscheid 2024: Nächstes Jahr wollen die Süddeutschen zeigen, dass sie den ESC besser machen können als die Nordlichter (Bild: NDR)
- 27. Januar 2025, 12:50h 2 Min.
In der ARD gibt es nach fast 30 Jahren einen Wechsel der Zuständigkeiten beim Eurovision Song Contest (ESC). Vom nächsten Jahr an werde der Südwestrundfunk (SWR) anstelle des Norddeutschen Rundfunks (NDR) die Federführung übernehmen, teilte der SWR am Montag in Baden-Baden mit. Die ARD erklärte dies damit, dass im Zuge der ARD-Reform Kräfte gebündelt würden.
Spekulationen über einen Wechsel der Zuständigkeit für den ESC hatte es bereits seit längerem gegeben – als möglicher neuer Ausrichter war der Mitteldeutsche Rundfunk im Gespräch (queer.de berichtete). Diese Spekulationen wurden vor allem mit der häufigen Erfolglosigkeit deutscher Beiträge beim weltweit am meisten beachteten Musikwettbewerb begründet – im vergangenen Jahr konnte der deutsche Starter Isaak mit einem zwölften Platz ein ordentliches Ergebnis erreichen. Zuvor hatte Deutschland mehrfach den letzten oder vorletzten Platz belegt.
Der SWR hatte bislang noch nie die Verantwortung für den deutschen ESC-Beitrag. Die Vorgängeranstalt Südwestfunk war zuletzt 1978 die federführende Anstalt – und schickte damals Ireen Sheer und "Feuer" ins Rennen, die den sechsten Platz erreichen konnte.
Weniger "Verstehen Sie Spaß?" wegen ESC
Der SWR werde für den Musikwettbewerb an anderer Stelle sparen, erklärte Programmdirektor Clemens Bratzler: "Der ESC ist fantastische Unterhaltung und passt sehr gut zu den Werten und Zielen des SWR. Gleichwohl können wir dafür kein zusätzliches Geld ausgeben. Um die Aufgabe übernehmen zu können, haben wir intern Umschichtungen vorgenommen und unter anderem die Ausgaben von 'Verstehen Sie Spaß?' reduziert." Die Samstagabend-Unterhaltungssendung wird – wie auch die ESC-Vorentscheide – von Barbara Schöneberger moderiert. Zudem sei der Sender dankbar, "dass die ARD-Gemeinschaft ebenfalls Unterstützung zugesagt hat".
In diesem Jahr verantwortet nach jahrelanger Pause Entertainer Stefan Raab wieder den deutschen Vorentscheid, der neben der ARD außerdem auch beim Privatsender RTL läuft (queer.de berichtete). Nach vier Shows soll am 1. März der deutsche Act feststehen, das ESC-Finale ist am 17. Mai. ARD-Programmdirektorin Christine Strobl hat bereits hohe Erwartungen an die Zusammenarbeit geknüpft: So sei das Ziel der Sieg des Musikfestivals (queer.de berichtete). In diesem Fall wäre noch einmal der NDR für die Ausrichtung des internationalen Wettbewerbs im nächsten Jahr zuständig, so der SWR am Montag. (AFP/dk)













