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Pete Hegseth

Trumps queer­feindlicher Verteidigungsminister vereidigt

Mit Pete Hegseth führt nun ein Politiker das Pentagon, der aus seiner Abneigung gegen queere Menschen kein Geheimnis macht.


Pete Hegseth (links) war bei seiner Vereidigung – ebenso wie Vizepräsident J.D. Vance – gut gelaunt
  • 27. Januar 2025, 13:15h 3 Min.

Der frühere Soldat und Fox-News-Moderator Pete Hegseth ist am Wochenende als Verteidigungsminister vereidigt worden. Bis zuletzt standen Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs gegen den republikanischen Politiker im Raum, auch seine extremistischen Positionen – etwa seine Ablehnung queerer Menschen im Militär – wurde immer wieder kritisiert. Bei der Amtseinführung hat der neue Vizepräsident, J. D. Vance, Partei für den 44-Jährigen ergriffen.

Hegseth sei ein entschiedener Anhänger der "America First"-Politik, so Vance. Mit ihm an der Spitze seien "Amerikas Feinde gewarnt". "Alle Menschen in den Streitkräften sollten ihm vertrauen, weil er sich um sie kümmert und für sie kämpfen wird", sagte der Vizepräsident auf die Frage einer Journalistin, warum Frauen im US-Militär Hegseth vertrauen sollten. Die Frage war eigentlich an den frisch von Vance vereidigten Verteidigungsminister gerichtet – doch der US-Vize antwortete. Vance sagte weiter, dass Hegseth dafür sorgen werde, "dass wir ein Militär haben, auf das wir alle stolz sein können".

Zur Rolle von Frauen im Militär sagte Hegseth in der Vergangenheit wiederholt, diese seien in Kampfeinsätzen nicht zu gebrauchen. Auch den Einsatz von trans Menschen im Militär lehnt er als "woke" ab – und liegt damit auf Trump-Linie, der ein Trans-Verbot in den US-Streitkräften verhängen will (queer.de berichtete). Mit schwulen Soldaten oder lesbischen Soldatinnen hat der neue Pentagon-Chef ebenfalls Probleme: Diese bezeichnete er in seinem letzten Jahr veröffentlichten Buch als Teil einer "marxistischen Agenda" (queer.de berichtete). Während seines Studiums an der Elite-Universität Princeton hatte er in einem Artikel sogar geschrieben: "Der homosexuelle Lebensstil ist anormal und unmoralisch."

Hegseth gehörte zu den umstrittensten Kandidaten, die Trump für sein Kabinett nominierte. Bis auf eine erfolglose Bewerbung für einen Sitz im US-Senat für Minnesota hat der Journalist keine politische Erfahrung vorzuweisen. Nach seiner Nominierung sorgten zudem Berichte über mutmaßliche rassistische und sexistische Äußerungen Hegseths, Alkoholmissbrauch und sexuelle Übergriffe für Aufsehen. Hegseth weist alle Vorwürfe entschieden zurück. 

Bei seiner Bestätigung im US-Senat gab es auch Vorbehalte in den eigenen Reihen. Drei Mitglieder der republikansichen Fraktion und alle Demokraten hatten gegen Hegseth gestimmt. Für die nötige Mehrheit im Senat brauchte es am Ende die Stimme von Vizepräsident Vance, der ein Patt auflöste. Hegseth scherzte nach seiner Vereidigung darüber und sagte mit Blick auf seine Kritiker*innen: "Wir haben ihnen getrotzt." Er betonte, dass die USA keine Kriege führen wollten. Aber wenn es nötig sei, werde man "mit überwältigender Kraft" den Feind vernichten. "Wir werden Amerika an die erste Stelle setzen, wir werden Frieden durch Stärke bringen." (dpa/dk)

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