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Baden-Württemberg
Anschlag auf queere Anlaufstelle in Weingarten
In Weingarten griffen Jugendliche die Räumlichkeiten von "Queer Hotspot" mit einem Stein an und beschädigten dabei ein Fenster. Mitarbeitende wurden homophob beleidigt. Die Polizei konnte zwei Tatverdächtige identifizieren.

Die Räumlichkeiten von "Queer Hotspot" in der Innenstadt von Weingarten (Bild: Queer Hotspot)
- Von Marion Bergermann
28. Januar 2025, 15:29h 2 Min.
Eine Gruppe Jugendlicher hat die Organisation "Queer Hotspot" in Weingarten mit einem Steinwurf angegriffen und Mitarbeitende homophob beleidigt. Aus einer Gruppe von jungen Männern sei am Samstag ein Stein auf die Fensterscheibe der Räumlichkeiten geschmissen worden und dadurch die Scheibe sichtbar beschädigt worden, teilte die Organisation am Montag mit. Bereits in den vergangenen Wochen hätten dieselben jungen Leute mit Steinen gefüllte Schneebälle gezielt gegen die Fenster geworfen, sagte der Leiter der Organisation, Nico Castro, zu queer.de
"Queer Hotspot" in Weingarten in der Nähe des Bodensees versteht sich als Safe Space für die queere Community und organisiert Veranstaltungen, Beratungsangebote sowie Gruppentreffen in ihren im Stadtzentrum gelegenen Räumlichkeiten.
Zwei Tatverdächtige festgehalten
"Am vergangenen Samstag haben zwei Kollegen und ich von den Büroräumen von 'Queer Hotspot' aus beobachtet, wie eine Person aus einer Gruppe Jugendlicher mit einem Stein auf unsere Scheiben zielte", berichtet Castro. Durch das angelehnte Fenster hätten er und die zwei Mitarbeiter queerfeindliche Beleidigungen von der Gruppe gehört.
Ein Kollege und er hätten die Gruppe verfolgt und zwei von ihnen festhalten können, bis die Polizei eingetroffen sei. Diese habe die Personalien der beiden jungen Männer aufgenommen.

Ein Fenster wurde bei dem Angriff beschädigt (Bild: Queer Hotspot)
"'Queer Hotspot' dankt der Polizei für die bisherigen Fortschritte und hofft auf eine rasche Aufklärung der Vorfälle", heißt es in der Pressemitteilung. Die Jugendlichen sind der Initiative bekannt. Es handele sich laut Castro um dieselbe Gruppe, die zuvor zweimal mit Steinen gefüllte Schneebälle gegen die Scheiben der LGBTI-Anlaufstelle geworfen habe.
"Queer Hotspot" ruft Bevölkerung zu Solidarität auf
Castro und seine Kolleg*innen vermuten, dass die Tat vom Samstag eine Reaktion auf die Demonstration gegen Rassismus sein könnte, die im nahe gelegenen Ravensburg am selben Tag stattgefunden hatte. Es sei die größte Demonstration gegen rechts in der Geschichte Ravensburgs gewesen.
"Der Sprung in unserer Scheibe ist ein sichtbares Zeichen für die Intoleranz und den Hass, mit denen unsere Organisation und die queere Community immer wieder konfrontiert werden. Diese Angriffe sind inakzeptabel, und wir werden uns mit aller Entschlossenheit dafür einsetzen, dass solche Taten geahndet werden", erklärte "Queer Hotspot".
An die Stadtbewohner*innen appellierte die LGBTI-Anlaufstelle, Solidarität zu zeigen. Um die Sicherheit zu verbessern, überlegt die Organisation nun, die Scheiben mit einem Bruchsensor auszustatten oder in Absprache mit der Stadt eine Kamera anzubringen.













