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Interview

Warum gibt es in Köln jetzt auch noch eine Tuntensitzung?

Ein tuntisches Kollektiv aus Köln veranstaltet am 31. Januar eine erste eigene Karnevalssitzung. Wir sprachen mit Pascal aka Yvonne Profen über die 2023 entstandene Garde der Garstigen und die Premiere.


Die Garde der Garstigen präsentiert am 31. Januar 2025 erstmals "Alaaf, Chérie – die Tuntensitzung" im Kölner Theater in der Filmdose. Die Veranstaltung ist bereits ausverkauft (Bild: Promo)
  • Von Aaron Warnecke
    29. Januar 2025, 07:25h 3 Min.

Erste Karnevalssitzung als Kölner Tuntenkollektiv – wie lange habt ihr diese Idee eigentlich schon?

Wir haben diese Idee seit November letzten Jahres, als wir mit den Planungen für unsere Shows in dem ersten Halbjahr diesen Jahres begonnen haben. Dadurch, dass die Filmdose am 31. Januar noch Kapazitäten hatte, haben wir direkt die Tuntensitzung fixiert.

Was erwartet uns dort? Ich habe gelesen, es gibt ja auch Besuch aus Berlin.

Das Publikum erwartet eine Tuntenshow, die eine klassische Karnevalssitzung parodiert. Dabei werden traditionelle und heteronormative Elemente auf unkonventionelle Art aufgebrochen. Das Programm orientiert sich an dem Ablauf einer klassischen Karnevalssitzung und beinhaltet neuinterpretierte Karnevalssongs, die wir live singen, eine Tunten-Tanzgarde sowie schauspielerische und publikumsinteraktive Elemente. Als einzige externe Tunte kommt Felizitas Navidad aus Berlin, die in Tuntenkreisen als Karneval-Ikone angesehen wird, aber eigentlich keinen Bezug zum Karneval hat.

Was wolltet ihr schon immer zum Tunten-Dasein loswerden?

Tunte zu sein ist keine Rolle, die wir bei unseren Shows einnehmen. Wir sind immer Tunte, egal ob aufgefummelt und als Tunte erkenntlich oder abgefummelt im Alltag. Wir stehen immer für Emanzipation, queere Rechte, Antidiskriminierung und natürlich Schangeligkeit.

Gab es einen großen Gründungsmoment eures Kollektivs? Wie sah der aus?

Wir kennen uns über die queeren Hochschulreferate der Uni Köln und der TH Köln und haben uns über die queerpolitische Hochschularbeit vernetzt. Der Gründungsmoment bestand darin, dass wir den Eindruck hatten, dass es diese Form des subkulturellen Aktivismus und Tuntenshows in Köln noch nicht bzw. noch nicht in ausreichendem Maße gibt. Da wir alle motiviert waren, daran was zu ändern, haben wir uns zu einem Tuntenkollektiv zusammengeschlossen.

Sieht ja gerade beim Rechtsruck nicht so gut aus – was für eine Botschaft habt ihr an Gleichgesinnte?

Der Rechtsruck stellt für uns Tunten – sowie alle queeren und marginalisierten Personen – eine existenzielle Bedrohung dar. Unsere Botschaft an Gleichgesinnte lautet daher: Zusammenhalten und kreativ für unsere Rechte einstehen! Tuntenshows sind hierfür ein grandioses Mittel und geben uns die Möglichkeit, gesellschaftliche Belastungen zu verarbeiten.

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Was habt ihr in Zukunft geplant? Zuerst Köln, dann die Welt?

Wir haben aktuell in dem ersten Halbjahr drei Shows geplant: Die Karnevalssitzung "Alaaf Cherié" in der Filmdose, das "Stöckelspiel" im Artheater im April und die Märchen-Theatershow "Rotkäppchen und die große Tunte" im Senftöpfchen-Theater im Juni. Da wir ein Kölner Tuntenkollektiv sind, wollen wir aktiv queere Subkultur und Aktivismus in Köln machen – für Queers von Queers.

-w-