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Prozess gestartet

21-Jähriger soll Psychiatrie-Mitinsassen während Sex ermordet haben

In einer forensischen Psychiatrie soll ein junger Mann einen Mitinsassen während sexueller Handlungen erdrosselt haben. Die Kölner Staatsanwaltschaft wirft dem 21-Jährigen Mord vor.


Ein 21-Jähriger muss sich vor dem Kölner Landgericht verantworten (Bild: IMAGO / Panama Pictures)

  • 29. Januar 2025, 15:13h 2 Min.

Vor dem Kölner Landgericht ist am Dienstag der Prozess gegen einen 21-jährigen Marokkaner gestartet, der in einer forensischen Psychiatrie im Stadtteil Porz einen Mitinsassen während eines sexuellen Kontaktes getötet haben soll. Die Staatsanwaltschaft geht von Heimtücke aus und sieht niedere Beweggründe als Motiv, deshalb ist der Beschuldigte wegen Mordes angeklagt. In der Verhandlung stritt der Angeklagte die Tat zunächst ab, gab sie dann aber doch zu.

Die Tat ereignete sich im Dezember 2023 in der LVR-Klinik, die sich um Menschen kümmert, die Straftaten begangen haben, aber wegen einer psychischen Krankheit zunächst behandelt werden müssen. Der 21-Jährige soll damals das Zimmer eines 40-jährigen Mitinsassen betreten und mit ihm Anal-Sex gehabt haben. Dabei soll er ihn von hinten mit einem Schnürsenkel stranguliert und umgebracht haben.

"Der Geschädigte war ahnungslos und wehrlos", sagte der Staatsanwalt laut "Kölner Stadtanzeiger". Die Anklage geht davon aus, dass der 21-Jährige die Tat verübt habe, weil er frustriert und wütend darüber gewesen sei, dass er wohl noch mehrere Jahre in der geschlossenen Einrichtung festgehalten werden würde.

"Butter bei die Fische, ich hab ihn umgebracht"

Der Angeklagte hat nach Angaben des "Stadtanzeigers" die Tat zunächst abgestritten und einen Mitpatienten belastet. Als der Richter auf DNA-Spuren des Beschuldigten am Schnürsenkel und im Gesäßbereich des Toten sowie auf Spuren des Opfers am Penis des Angeklagten hinwies, erklärte dieser: "Dann sag ich jetzt mal: Butter bei die Fische, ich hab ihn umgebracht." Allerdings sei es Tötung auf Verlangen gewesen, weil der Mitinsasse nicht mehr habe leben wollen. "Dann habe ich vorgeschlagen, ich könnte ihn erdrosseln", behauptete der Angeklagte. "Und er sagte: Mach das."

Zu dem Geschlechtsverkehr wollte sich der Angeklagte nicht äußern. Vielmehr behauptete er, am Vortag eine Münze verschluckt zu haben und sich unwohl zu fühlen. Das führte zu einem Notarzteinsatz, wodurch die Sitzung unterbrochen werden musste.

Im Prozess sind insgesamt fünf Verhandlungstage angesetzt. Ein Urteil wird im Februar erwartet. (cw)