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Maulkorb für Lehrkräfte
"Antiamerikanisch": Trump erlässt Trans-Verbot an öffentlichen Schulen
Künftig sollen trans Schüler*innen nach dem Willen der Trump-Regierung an Schulen unsichtbar sein. Über trans Menschen darf künftig – ebenso wie über strukturellen Rassismus – im Unterricht auch nicht mehr gesprochen werden.

Nach dem Willen von Donald Trump sollen amerikanische Bildungseinrichtungen künftig transfrei sein (Bild: IMAGO / MediaPunch)
- 30. Januar 2025, 08:10h 3 Min.
Der amerikanische Präsident Donald Trump strebt an, Lehrinhalte zu strukturellem Rassismus und Geschlechtsidentität aus dem öffentlichen Schulsystem zu verbannen. In den vergangenen Jahren hätten sich Eltern anschauen müssen, wie ihre Kinder mit "radikalen, antiamerikanischen Ideologien indoktriniert" worden seien, heißt es in einem von Trump am Mittwoch unterzeichneten Dekret. "Unschuldige Kinder werden gezwungen, sich allein aufgrund ihrer Hautfarbe und anderer (…) Merkmale entweder als Opfer oder als Unterdrücker zu identifizieren."
Besonders in konservativen Kreisen gibt es Widerstand gegen Lehrinhalte, die sich mit der Geschichte des Rassismus in den USA, insbesondere der Zeit der Sklaverei, befassen. Viele Republikaner argumentieren, sie würden weiße Schüler in eine moralische Verantwortung für vergangene Ungerechtigkeiten drängen. Andere halten dagegen, dass es dabei um die Aufarbeitung historischer Ungleichheiten gehe, nicht um Schuldzuweisungen.
Auch der Umgang mit trans und nichtbinären Schüler*innen steht im Fokus der Verfügung. Schulen soll es untersagt werden, Kinder ohne Zustimmung der Eltern in Fragen der Geschlechtsidentität zu unterstützen – etwa durch die Verwendung bevorzugter Namen oder Pronomen.
Die Regierung plant, öffentlichen Schulen bis zur zwölften Klasse (dem letzten Jahr der Highschool) zu verbieten, Konzepte zu strukturellem Rassismus und Geschlechtsidentität zu unterrichten oder zu fördern. Schulen, die dagegen verstoßen, könnten den Zugang zu Bundesmitteln verlieren.
Breite Trump-Attacke gegen trans Menschen
Trump hat seit seinem Amtsantritt vor gut einer Woche bereits mehrere gegen queere Menschen, besonders trans Personen, gerichtete Erlasse verkündet. So strich er Antidiskriminierungsrichtlinien oder strich öffentliche Mittel für Geschlechtsanpassungen bei Minderjährigen und jungen Erwachsenen. Auch ein Verbot von trans Menschen im US-Militär ist geplant. Die Republikaner kritisieren trans Menschen wegen ihrer Geschlechtsidentität als "woke" und werfen ihnen vor, Kinder und Jugendliche zu gefährden.
Die Verfügung ist Teil einer breiteren Bildungsagenda der republikanischen Partei, die öffentliche Schulen als Orte staatlicher Bevormundung betrachtet. Zusätzlich unterzeichnete Trump eine weitere Verfügung, die eine stärkere Förderung von Schulwahlfreiheit ("school choice") vorsieht. Sie ermöglicht es Bundesstaaten, öffentliche Gelder für private oder religiöse Schulen umzuleiten. Demokraten und Bürgerrechtsorganisationen haben bereits Klagen gegen beide Erlasse angekündigt.
"Offener Angriff" auf queere Schüler*innen
Die queere Organisation Lambda Legal bezeichnete den Anti-Trans-Erlass auf Facebook als "offenen Angriff auf LGBTQ+- und trans Schüler*innen wie auch auf Lehrkräfte, Betreuer*innen und Schulangestellte, die trans Jugendliche mit Würde und Respekt behandeln". Queere Organisationen erklärten, dieses Dekret dränge junge trans Menschen noch mehr an den Rand der Gesellschaft und werde zu einem Anstieg der psychischen Probleme und Suizidversuche führen. (dpa/dk)
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Posted by Lambda Legal on Wednesday, January 29, 2025
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