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Bisexuelle Sängerin

Marianne Faithfull mit 78 Jahren gestorben

Traurige Nachrichten über Marianne Faithfull: Die bisexuelle Musikikone der Sechzigerjahre ist verstorben. Das vermeldet ein Sprecher in einem Statement. Faithfull war als Freundin von Mick Jagger berühmt geworden.


Marianne Faithfull 1966 bei einem Auftritt im niederländischen Fernsehen (Bild: Photographer: A. Vente / wikipedia)

  • 31. Januar 2025, 10:15h 3 Min.

Die britische Musikerin Marianne Faithfull ist tot. Das berichtete unter anderem die BBC und bezieht sich dabei auf ein Statement ihres Sprechers. "Mit großer Trauer geben wir den Tod der Sängerin, Songschreiberin und Schauspielerin Marianne Faithfull bekannt", heißt es darin.

Die Sängerin sei am Donnerstag in London im Beisein ihrer Familie "friedlich eingeschlafen", so der Sprecher. "Sie wird schmerzlich vermisst werden." Faithfull wurde 78 Jahre alt.

Als Freundin von Mick Jagger zum Ruhm

Marianne Faithfull wurde am 29. Dezember 1946 in London geboren. 1964 lernte sie mit 17 Jahren den Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger (81) kennen. Er schrieb ihr zusammen mit Keith Richards (81) im selben Jahr das Lied "As Tears Go By", das sie über Nacht zum Star machte. Faithfull wurde zu einer der bekanntesten Sängerinnen der Sechzigerjahre und war zudem als Schauspielerin erfolgreich, unter anderem im Film "Nackt unter Leder" (1968).

Später sprach Faithfull davon, dass sie auch Beziehungen mit Frauen gehabt habe. So erzählte sie 2011 im Interview mit dem US-Magazin "The Advocate": "Ich war 17 und dieses wunderschöne Mädchen, das lesbisch war, wir sind einfach im Bett gelandet. Meine arme Mutter kam dann rein (lacht). Sie sagte nichts. Sie schloss einfach die Tür und erwähnte das nie wieder." 2020 sagte sie dem Magazin "Curve": "Ich würde sagen, ich bin bisexuell."

In der Öffentlichkeit war sie aber vor allem als Jagger-Muse bekannt: 1967 verließ sie ihren Ehemann, den Künstler John Dunbar (82), nach nur wenigen Monaten, um eine Beziehung mit Jagger einzugehen. Die beiden wurden zum Traumpaar der Swinging Sixties und dominierten mit ihrem Rock-'n'-Roll-Lifestyle die Medien. Doch dieses Leben hatte auch Schattenseiten: Nach der Trennung von Jagger 1969 zog sich Faithfull wegen ihrer Heroinabhängigkeit aus dem Rampenlicht zurück und lebte sogar zwei Jahre auf der Straße.

Drogensucht und Covid-19

1979 feierte sie mit dem Album "Broken English" ihr Comeback, ihre Sucht war jedoch nicht überwunden. Erst in ihren Vierzigern soll Faithfull den Absprung von den Drogen geschafft haben. Wie die BBC berichtete, litt sie jedoch weiterhin an schweren gesundheitlichen Problemen, darunter Bulimie, Brustkrebs, eine Hepatitis-C-Infektion und ein Emphysem, das durch jahrzehntelanges Rauchen verursacht wurde.

2021 erkrankte Marianne Faithfull dann schwer an Covid-19. Die Ärzte rechneten nicht mit einer Erholung, doch sie veröffentlichte noch einmal ein Album mit Sprechgesang namens "She Walks In Beauty". Schon damals kündigte die Musikerin an, dass es vermutlich ihr letztes Werk sei – wegen der Lungenschäden könne sie nicht mehr singen.

Mick Jagger verabschiedet sich

Rolling-Stones-Frontmann Mick Jagger nahm öffentlich in einem emotionalen Instagram-Post Abschied: "Ich bin so traurig über den Tod von Marianne Faithfull", schrieb der 81-Jährige zu mehreren Fotos der Verstorbenen, auf denen er selbst teilweise zu sehen ist. "Sie war so lange ein wichtiger Teil meines Lebens. Sie war eine wunderbare Freundin, eine großartige Sängerin und Schauspielerin. Sie wird immer in Erinnerung bleiben."

Faithfull hinterlässt ihren Sohn Nicholas Dunbar (59) aus ihrer ersten Ehe. Nach John Dunbar war sie noch zwei weitere Male mit Männern verheiratet. (spot/cw)