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Vor Bundestagswahl

Streit um Umgang mit AfD: Ralf Schumacher stellt sich hinter Merz

Der schwule Ex-Rennfahrer Ralf Schumacher schaltet sich in den Bundestagswahlkampf ein – und stärkt CDU-Kanzlerkandidat Friedrich Merz den Rücken.


Dieses Trio hat sich offenbar lieb (v.l.n.r.): Friedrich Merz, Ralf Schumacher, Étienne Bousquet-Cassagne (Bild: Deutscher Bundestag / Thomas Köhler / photothek, IMAGO / HANZA MEDIA)

Ralf Schumacher hat sich am Donnerstag auf Instagram hinter den Kurs der Union bei der Migrationspolitik gestellt. Außerdem verteidigte der 49-Jährige die Fraktion von Kanzlerkandidat Friedrich Merz, dass sie ihren Antrag nur mit Unterstützung der AfD durchgebracht hatte. Der sogenannte "Fünf-Punkte-Plan" sieht Abschiebehaft oder dauerhafte Grenzkontrollen vor und wurde mit 348 zu 344 Stimmen verabschiedet. Wenige Wochen zuvor hatte Merz noch erklärt, dass er sich nicht von den Stimmen der Rechtsextremen abhängig machen wolle.

AfD für Schumacher "schwierig, aber trotzdem demokratisch gewählt"

Die Zusammenarbeit von Union und AfD wird von Schumacher ausdrücklich gelobt: "Es kann ja nicht sein, dass vernünftige Vorschläge nicht mehr abgestimmt werden dürfen, wenn Parteien zustimmen, die zugegebenermaßen schwierig sind, aber trotzdem demokratisch gewählt", schrieb der Ex-Sportler und verknüpfte einen positiven "Bild"-Kommentar über Merz. "Man kann nur hoffen das wir wieder eine mehr konservative und realistische Politik bekommen und eine starke Wirtschaft. Denn dann haben wir auch die finanziellen Mittel für eine Energie Transformation und Soziales", so Schumacher weiter.

In den mehr als 1.000 Kommentaren gab es für den Eintrag Lob und Tadel. Einige lobten den 49-Jährigen für seinen "Mut", andere erklärten, die Zusammenarbeit von Union und AfD sei ein schlimmer "Tabubruch" oder gar der "größte politische Fehler in den letzten 80 Jahren". Einige waren überrascht über die Unterstützung Schumachers für ein Projekt von Union und AfD, obwohl beide Parteien viele queere Initiativen blockiert hätten oder noch immer blockieren. "Mehr konservative Politik? Sagt ein Mann, der eine gleichgeschlechtliche Beziehung führt? Merkste selber!", schrieb ein Instagram-Nutzer.

Als Reaktion postete Schumacher ein kurzes Video, in dem er einen Teil der Reaktionen als "erschreckend" beschrieb. "Ich wüsste nicht, was die CDU mit irgendwelchen Themen zu tun hat, mit Hochzeit und so weiter, gleichgeschlechtlich", so Schumacher. Ein User wies ihn später darauf hin, dass vor gerade einmal siebeneinhalb Jahren drei Viertel der Unionsabgeordneten für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben gestimmt hatten (queer.de berichtete). Zudem kritisieren LGBTI-Organisationen den diesjährigen Wahlkampf der Union als queerfeindlich (queer.de berichtete).

Schumacher ging in seinem kurzen Video jedoch nicht weiter auf die Queerpolitik der Union ein, sondern erklärte: "Mein Punkt ist der: Wenn Dinge vorgeschlagen werden, die das Land nach vorne bringen, Dinge zu Positiven verändern, selbst wenn die AfD dann mitstimmt", so Schumacher. "Sollen wir in Zukunft über solche Gesetze nicht mehr abstimmen? Das kann ja auch nicht Demokratie sein."

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Schumacher: AfD nicht meine Partei

Zur AfD sagte der frühere Rennfahrer: "Es ist nicht meine Partei, ich würde sie nicht wählen." Man müsse trotzdem "vernünftig" mit dieser Thematik umgehen, "um nicht noch mehr Menschen zu motivieren, die AfD zu wählen".

Schumacher hatte bereits im November das Aus der Ampel-Koalition begrüßt. Damals schrieb er: "Endlich mal gute Nachrichten. Jetzt geht es wieder bergauf" (queer.de berichtete).

Schumacher-Freund arbeitete bis 2020 für Rechtsextreme

Im Juni hatte sich Schumacher als schwul geoutet und seinen Partner Étienne Bousquet-Cassagne vorgestellt (queer.de berichtete). Der 35-Jährige wird mutmaßlich wenig Probleme mit der AfD haben, da er in seinem Heimatland Frankreich selbst viele Jahre für die rechtsextreme Partei Front National bzw. Rassemblement National aktiv war (queer.de berichtete). Erst 2020 beendete er schließlich seine Parteikarriere wegen einer "Veränderung im Berufsleben". (dk)

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