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Kerstin Godenrath

Halle: Queer­feindliche OB-Kandidatin der CDU schafft es nicht in die Stichwahl

Die Christdemokratin Kerstin Godenrath profilierte sich erst mit transphoben Sprüchen und wollte dann Oberbürgermeisterin von Halle werden. Daraus wird jetzt nichts.


Kerstin Godenrath verfolgte im Stadthaus die Verkündung der Ergebnisse (Bild: IMAGO / dts Nachrichtenagentur)

  • 3. Februar 2025, 11:49h 3 Min.

Bei der Wahl zum neuen Oberbürgermeister von Halle (Saale) hat keiner der neun Kandidat*­innen im ersten Wahlgang die notwendige Mehrheit errungen, so dass eine Stichwahl in drei Wochen über das neue Stadtoberhaupt entscheiden muss. Nicht in die Stichwahl geschafft hat es die CDU-Kandidatin Kerstin Godenroth, die zuvor wegen mehrerer gegen trans Menschen gerichteter Äußerungen wie "Transfrauen sind Männer" kritisiert worden war. Laut dem vorläufigem Endergebnis erreichte sie nur 15,5 Prozent der Stimmen – und lag damit nur auf Platz drei. Dabei war sie als Landtagsabgeordnete von Sachsen-Anhalt die prominenteste Kandidatin.

Als Erster in die Stichwahl schaffte es der SPD-Kandidat Egbert Geier (SPD) mit 37,1 Prozent der Stimmen. Der aktuell als Amtsvertreter agierende Geier muss jetzt gegen den parteilosen Alexander Vogt antreten, der 19,1 Prozent erreichte. Vogt war bis Oktober vergangenen Jahres selbst noch Teil der CDU-Fraktion im Stadtrat von Halle, bevor er nach einem Machtkampf von der Fraktion ausgeschlossen wurde. 

Haltung von Godenrath "für viele queere junge Menschen eine enorme Belastung"

Queere Aktivist*innen hatten zuvor Godenrath scharf für ihre Rhetorik kritisiert. Mika Taube vom queeren Jugendnetzwerk Lambda Mitteldeutschland erklärte etwa: "Die ablehnende und Minderheiten ausgrenzende Haltung von Frau Godenrath ist für viele queere junge Menschen in Halle eine enorme Belastung." Die beiden jetzt führenden Kandidaten zeigten sich in einem Wahlcheck lokaler LGBTI-Organisationen dagegen queerfreundlich (queer.de berichtete).

Die Stichwahl findet nach Angaben der Stadt parallel zur Bundestagswahl am 23. Februar statt. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 47,5 Prozent und damit noch einmal höher als bei der vergangenen Wahl im Oktober 2019, als 42 Prozent der Wählerinnen und Wähler ihre Stimme abgaben. Rund 186.000 Menschen sind in Halle wahlberechtigt. 

Bisheriger OB übte schon seit Jahren das Amt nicht mehr aus

Das Stadtoberhaupt wird für die Dauer von sieben Jahren gewählt. Eigentlich hätte die nächste Wahl erst 2026 stattfinden sollen. Der bisherige und im Rahmen einer Impfaffäre suspendierte Oberbürgermeister Bernd Wiegand (parteilos) hatte sich zum vergangenen September in den Ruhestand versetzen lassen. 

Damit war eine vorzeitige Neuwahl notwendig geworden. Die Amtsgeschäfte übte Wiegand schon seit 2021 nicht mehr aus. Seitdem war Geier als gesetzlicher Vertreter im Amt. 

Für ihn sei es naheliegend gewesen, sich für das Amt des Oberbürgermeisters zu bewerben, sagte Geier am Wahlabend in einer Livesendung der "Mitteldeutschen Zeitung". Dass es in eine Stichwahl gehe, sei bei der großen Anzahl der Bewerber völlig normal. "Dafür ist die Stadt zu vielschichtig." Bei der Stichwahl würden die Karten neu gemischt, sagte Geier. Das Ergebnis im ersten Wahlgang sei aber erfreulich. "Das gibt mir Rückenwind." (dpa/cw)

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