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Sachbuch
"Maintöchter" zwischen Verfolgung, Liberalisierung und Aufbruch
Alexander Zinn zeichnet in seinem neuen Buch "Maintöchter" am Beispiel Frankfurts die Geschichte sexueller Minderheiten im 20. Jahrhundert nach.

Der Autor Alexander Zinn untersucht die alltägliche Diskriminierung und Verfolgung sexueller Minderheiten (Bild: Katja Pietrusky)
- 5. Februar 2025, 10:05h 2 Min.
Nicht ohne Hintersinn werden die Frankfurter Queers in diesem Buch als "Maintöchter" bezeichnet, denn sie waren stets ein Teil dieser Stadt – wenngleich oft ein Teil, der mit Ablehnung und Ungleichbehandlung konfrontiert war. Soziale Ächtung und staatliche Repression bestimmten ihren Alltag. Dennoch zeigten viele bemerkenswerten Eigensinn und Widerstandskraft.
Alexander Zinn zeichnet am Beispiel Frankfurts die Geschichte sexueller Minderheiten im 20. Jahrhundert nach. Er beleuchtet die brutale Verfolgung homosexueller Männer während der NS-Zeit, die schrittweise Liberalisierung in der Nachkriegszeit und den Aufbruch der neuen Lesben- und Schwulenbewegung nach der Strafrechtsreform von 1969. Trotz harter Repressionen gelang es immer wieder, Freiräume zu schaffen. Selbst in der NS-Zeit existierten geheime Treffpunkte, und ab den 1950er Jahren entwickelte sich die Mainmetropole zu einem Zentrum der Homo- und Transsexuellenszene.
Zwischen Unterdrückung und Duldung

"Maintöchter" ist als gebundene Ausgabe und E-Book erschienen
Die städtischen Behörden begegneten diesen Entwicklungen mit Kontrollen und Auflagen, duldeten die subkulturellen Nischen jedoch weitgehend. Diese Ambivalenz prägte das Leben vieler Menschen: Während einige die gewonnenen Freiheiten genossen, zerbrachen andere an gesellschaftlicher Ausgrenzung und Isolation.
Zwischen Verfolgung, Liberalisierung und Neuanfang schildert "Maintöchter" die Geschichte sexueller Minderheiten in Frankfurt am Main. Das Werk erscheint als zwölfter Band der Reihe "Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust" im Göttinger Wallstein Verlag. Es umfasst 420 Seiten und ist als gebundene Ausgabe für 42 Euro sowie als E-Book (Amazon-Affiliate-Link ) erhältlich.
Der Autor, Alexander Zinn, Historiker und Soziologe, zählt zu den führenden Expert*innen für die Verfolgung sexueller Minderheiten in der NS-Zeit. Seine zahlreichen Publikationen und journalistischen Arbeiten zu diesem Thema haben ihn als Forscher in diesem Bereich etabliert. Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit gründete er die Initiative Holbein Stiftung und betreibt die Webseite rosa-winkel.de. Zinn untersucht die alltägliche Diskriminierung und Verfolgung sexueller Minderheiten und erstellte für das Dresdner Hannah-Arendt-Institut eine Studie zur Homosexuellenverfolgung in Sachsen. Bis 2023 war er Mitglied im Internationalen Beirat der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. (dd/pm)
Alexander Zinn: Maintöchter. Schwule, Lesben, Trans- und Intersexuelle in Frankfurt am Main. Reihe: Studien zur Geschichte und Wirkung des Holocaust – Band. 12. 420 Seiten. Wallstein Verlag. Göttingen 2025. Gebundene Ausgabe mit Schutzumschlag: 42 € (ISBN 978-3-8353-5719-8). E-Book: 41,99 €
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