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Neue Zahlen

So populär ist das SBGG im Norden

Seit dem 1. November können Menschen unkompliziert beim Standesamt ihr bisher zugeschriebenes Geschlecht ändern. Jetzt gibt es erste Zahlen aus Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein.


Trans Menschen in ganz Deutschland machen Gebrauch vom neuen Selbst­bestimmungs­gesetz, das Union und AfD wieder abschaffen wollen (Bild: Foreign, Commonwealth & Development Office / flickr)

  • 10. Februar 2025, 13:30h 3 Min.

Seit gut drei Monaten ist es Menschen in Deutschland dank des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) kostengünstig und unkompliziert möglich, ihren Geschlechtseintrag und Vornamen beim Standesamt ändern zu lassen. Nun gibt es neue Zahlen der Deutschen Presse-Agentur über die Zahl der Anträge im Norden – das Interesse ist groß.

In Niedersachsen hätten einige Hundert Menschen bislang von dem neuen Gesetz Gebrauch gemacht, wie eine dpa-Umfrage ergab. Auch in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein gab es viele Anfragen.

In der niedersächsischen Hannover meldeten sich bis Ende Januar etwa 317 Personen an, von denen viele noch in der dreimonatigen Bedenkzeit seien. Viele Änderungen sind aber schon durchgeführt: So wechselten bisher 121 Personen vom Eintrag männlich zu weiblich oder umgekehrt. 38 Mal wurde divers eingetragen, 22 Mal auf einen Geschlechtseintrag verzichtet.

Die Stadt Oldenburg zählte vor einer Woche 231 Vorgänge, 92 Mal wurde ein neuer Geschlechtseintrag beurkundet. Die Nachfrage war laut einem Stadtsprecher anfangs besonders groß und sei dann etwas abgeebbt. Zuletzt seien wieder mehr Anmeldungen eingegangen – auch wegen der Ankündigung von Parteien im Bundestagswahlkampf. Hintergrund ist, dass AfD und Union das Selbstbestimmungsgesetz wieder abschaffen wollen. Erst am Sonntag stellte Kanzlerkandidat Friedrich Merz (CDU) beim ARD/ZDF-Kanzlerduell am Sonntag klar, dass er die ablehnende Haltung von US-Präsident Donald Trump zu zwei Geschlechtern nachvollziehen könne (queer.de berichtete). Damit heizte er die Angst von intergeschlechtlichen oder nichtbinären Menschen an, künftig nicht mehr anerkannt zu werden.

Beim Standesamt Braunschweig sind bisher 147 Anmeldungen und 77 Änderungen eingegangen. Die Stadt Göttingen verzeichnet 132 Anmeldungen und 79 neue Einträge. In Hildesheim gingen 123 Anmeldungen ein. 65 Änderungen des Geschlechtseintrags wurden inzwischen vollzogen. In Osnabrück gab es 83 Anmeldungen sowie 59 tatsächliche Änderungen.

In Wolfsburg sind es bislang 44 Anmeldungen und 30 Erklärungen. 58 Anmeldungen und 32 Beurkundungen sind es bisher in Lüneburg. Salzgitter zählte 30 Anmeldungen und insgesamt 40 Änderungen. In Delmenhorst gab es 26 Anmeldungen und 12 neue Einträge.

Das sind die Zahlen aus Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein

Die Stadt Bremen verzeichnete bis Anfang Februar 337 Anmeldungen, in Bremerhaven waren es 44. Tatsächliche Änderungen gab es bisher 187 in Bremen und 26 in Bremerhaven.

In der Hansestadt Hamburg wurde Insgesamt 352 Erklärungen zur Änderung des Geschlechtseintrags seit November 2024 in den Standesämtern Hamburgs abgegeben, teilte das zuständige Bezirksamt Harburg auf mit.

In der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel haben mit Stichtag 31. Dezember 73 Menschen ihren Geschlechtseintrag geändert und ebenso viele ihren Namen, wie ein Stadtsprecher mitteilte. 20 von ihnen wechselten ihren Geschlechtseintrag von männlich nach weiblich, 30 von weiblich nach männlich. Der Rest entschied sich für die Einträge divers oder ohne Geschlechtsangabe. Insgesamt liegen in Kiel den Angaben zufolge 234 Anmeldungen auf Änderung des Geschlechtseintrags vor.

In der Hansestadt Lübeck haben bisher 83 Menschen Geschlechtsangabe und Namen geändert, wie eine Stadtsprecherin mitteilte. Die Option "männlich" wurde dabei 42-mal gewählt, für "weiblich" entschieden sich 25, für "divers" 7 und "ohne" 9. Insgesamt liegen in Lübeck 114 Anmeldungen vor. (dpa/cw)

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