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"Polari"
Magnetische Pop-Hymnen von Olly Alexander
Der queere britische Musiker und Schauspieler Olly Alexander hat mit "Polari" sein erstes Album unter eigenem Namen veröffentlicht.

Olly Alexander hat sich als queere Ikone unserer Zeit etabliert (Bild: Universal Music)
- 11. Februar 2025, 10:16h 3 Min.
Der queere britische Musiker und Schauspieler Olly Alexander hat mit "Polari" sein erstes Album unter eigenem Namen veröffentlicht. Es zeigt ihn in seiner künstlerischen Essenz und bietet ein musikalisches Abbild der Welt aus seiner Perspektive, mehr als ein Jahrzehnt nach dem Beginn seiner erfolgreichen Karriere als Sänger, Songwriter, Schauspieler und Aktivist. Olly Alexander hat sich dabei längst als kulturelle Ikone unserer Zeit etabliert.
"Polari" eröffnet mit einer energiegeladenen Explosion aus Pop und entfaltet sich in einer Reihe zeitloser Songs. "In letzter Zeit habe ich mich gefragt, ob das die Richtung war, die mein kreatives Leben immer hätte nehmen sollen", reflektiert Olly vor der Veröffentlichung. "Ich veröffentliche Musik, die ich liebe, unter meinen Bedingungen, die für mich Bedeutung hat."
Disco-Hommage an das Cruising

"Polari" ist als CD, LP und digital erschienen
Die erste Single "Cupid's Bow" präsentiert sich als strenge, traumhafte Disco-Hommage an das Cruising. Der Songtext nimmt Bezug auf Amor, den Gott der Anziehung, des Verlangens und der erotischen Liebe, den George Michael in "Fastlove" ebenfalls thematisierte. Gemeinsam mit seinen Mitstreitern erkundete Olly die Pop-Soundlandschaften der 1980er Jahre, um neue Wege zu finden, diese Ästhetik einem modernen Publikum zugänglich zu machen – inklusive der Freude und des Eskapismus, die die Musik dieses Jahrzehnts prägten.
Die weiteren Songs des Albums entstanden in einem kreativen Fluss, der die Pop-Visionen der Beteiligten miteinander verschmelzen ließ. Jeder Track trägt eine nostalgische Note, klingt wie ein Hit aus einer anderen Ära, aufgefrischt mit einem modernen Ansatz. So führt das melancholische "Archange" übergangslos zur dynamischen Single "When We Kiss". Das Album gönnt sich Momente der Ruhe mit dem sanften "Whisper In The Waves" und den ätherischen Klängen von "Beautiful", bevor es mit "Heal You" und "Language" wieder Fahrt aufnimmt.
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In der Mitte des Albums taucht mit "Dizzy" ein Song auf, der Ollys Teilnahme am Eurovision Song Contest unvergesslich machte. Mit einer Einleitung, die an den Pomp der Pet Shop Boys erinnert, fügen sich die einzelnen Teile des Albums zu einem stimmigen Ganzen. Für "Make Me a Man", einen weiteren Höhepunkt, wurde Vince Clarke – bekannt für seine Arbeit mit Depeche Mode, Erasure und Yazoo – als Produzent gewonnen. "Es war ein Traum, mit ihm zusammenzuarbeiten", so Olly über die Zusammenarbeit.
Der Titel des Albums, "Polari", (Amazon-Affiliate-Link ) verweist auf die gleichnamige Geheimsprache, die in Großbritannien von queeren Männern zwischen den Weltkriegen und bis in die Nachkriegszeit hinein genutzt wurde. Vor der Legalisierung der Homosexualität 1967 diente Polari als verschlüsseltes Kommunikationsmittel, das später sogar in den Mainstream überging und Begriffe wie "shady", "camp", "drag", "trade" (für Sex) und "slap" (für Make-up) populär machte.
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Das Album greift diese historische Verbindung auf und wird zugleich zu einer Reflexion über Ollys eigene Erfahrungen. Es ist eine Sammlung persönlicher Gedanken, verpackt in magnetische Pop-Hymnen, die sich für die Bühne der Öffentlichkeit eignen. "Die Idee, schwul zu sein und eine Geheimsprache zu haben, sprach mich sofort an", erklärt Olly. "Das ist ein zentraler Teil meines Lebens. Und genau daraus entstand die beste Platte, die ich je gemacht habe."
Im März geht Olly Alexander auf UK und Europa-Tour und gibt ein Konzert am 26. März im Metropol in Berlin. (dd/pm)
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